Upcycling-Wohnart aus Stuttgart

Leider gehört es heutzutage zur Normalität, Dinge für die man keine Verwendung mehr hat oder die zu alt sind, wegzuschmeißen. Wir leben in der Generation der Verschwendung und das Motto ist lieber etwas Neues zu kaufen, wie etwas Altes aufzubereiten. Das hat fatale Folgen für die Umwelt und jeder kann seinen Beitrag dazu leisten um diese Verschwendung zu reduzieren, wenn man nur ein wenig Nachhaltig lebt.Upcyclingwohnart portrait

Ich war schon immer ein Fan von Upcycling und dazu noch ein Bastler und Tüftler. Mir hat es Spaß gemacht, darüber nachzudenken was man alles mit seinen eigenen Händen kreieren kann. Es fing an mit einem Palettentisch und dann kamen auch schon tausend andere Ideen. Viele Dinge hatte ich noch Zuhause rum liegen wie zum Beispiel alte Nägel oder Seile und so kam die Idee, bei all meinen nächsten Projekten auf Nachhaltigkeit zu setzten. Die Motivation auf Nachhaltigkeit zu setzen, wird nie langweilig werden, da es sehr viele Möglichkeiten gibt, diese umzusetzen.

Wir von Upcycling Wohnart stellen exklusive, handgefertigte Möbelstücke aus Altholz und alten Paletten in den verschiedensten Ausführungen her. Alle Möbel werden aus alten , ausgemusterten Rohstoffen gefertigt und selbst designt.

Es wird zu viel hergestellt, um billig verkaufen zu können. Die heutige Gesellschaft will alles immer größer, besser und billiger. Ich denke die Schwierigkeiten bei Öko-sozialen Unternehmen ist, dass man nicht auf Masse, sondern auf Qualität setzt und daher die Preise höher sind wie in anderen Unternehmen, die viel und billig produzieren. Außerdem hat man nicht alle Möglichkeiten – ich gehe zum Beispiel nicht einfach in den Baumarkt und kaufe mir neue Farbe, wenn die andere leer ist, sie muss aufwendig hergestellt werden und das kostet Zeit.

Upcyclingwohnart produkt

Nachgefragt bei Upcycling Wohnart Betreiber, Michael Lepple:
Was war Ihre Motivation aus Nachhaltigkeit zu setzen?

Recycling bedeutet Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit. Ausgediente Stoffe zu verwerten, ist in unserer heutigen Gesellschaft ein grundlegendes Problem. Für unsere Möbel benutzen wir alte Glasplatten, Nägel, Seile etc. Die Farbe wird zum Beispiel, aus Farbresten und einer geheimen Formel, individuell hergestellt.

Welche Schwierigkeiten treten aus Ihrer Sicht im öko-sozialen Business auf?

Es wird zu viel hergestellt, um billig verkaufen zu können. Die heutige Gesellschaft will alles immer größer, besser und billiger. Ich denke die Schwierigkeiten bei Öko-sozialen Unternehmen ist, dass man nicht auf Masse, sondern auf Qualität setzt und daher die Preise höher sind, wie in anderen Unternehmen, die viel und billig produzieren. Außerdem hat man nicht alle Möglichkeiten, ich gehe zum Beispiel nicht einfach in den Baumarkt und kaufe mir neue Farbe wenn die andere leer ist, sie muss aufwendig hergestellt werden und das kostet Zeit.

Was tun Sie privat, um das Thema Nachhaltigkeit voran zu bringen?

Ich persönlich versuche, mit der Wiederverwertung von ausgedienten Materialien meinen Beitrag zum Thema Nachhaltigkeit beizutragen. Außerdem versuche ich Lebensmittel Verschwendung zu vermeiden, indem ich nur das kaufe, was ich auch wirklich brauche und kaufe Lebensmittel regional ein. Mit meinen Möbeln möchte ich außerdem für das Thema Nachhaltigkeit werben und den Leuten den Spaß an Nachhaltigem Arbeiten vermitteln.

Webseite von Upcycling-Wohnart

Auf zum Selbstmachtach am 22.3.2015 – Upcycling Event in Dortmund

Upcycler und DIY- Künstler in Dortmund hautnah erleben

https://www.facebook.com/selbstmachtach

Der ‘Selbstmachtach’ ist ein Event in Dortmund, auf dem man sich über alle Facetten des Upcycling und DIY informieren kann. Als ‘1. Urban Upcycling Convention’ dient die Veranstaltung zudem als Plattform zum Austausch von Ideen und Erfahrungen. Durch interaktive Workshops kann die gemachte Erfahrung praxisorientiert umgesetzt werden…und die kreierten Produkte und Exponate können anschließend mit nach Hause genommen werden.

“Eines der Hauptziele vom ‘Selbstmachtach’ ist das Durchbrechen von Stereotypen im Bereich Upcycling und das Stärken des Umweltbewusstseins. Gerade in unserer heutigen Wegwerfgesellschaft ist es wichtig das Thema Nachhaltigkeit auf flippige Art und Weise vom biederen Korsett der noch immer in den meisten Köpfen manifestierten „Öko-Bewegung“ und deren Ausläufern zu lösen und in die heutige Generation mit seinen internetaffinen Begründern zu integrieren.”, so Fabian Vogel von Selbstmachtach.

Also: Auf, auf, zum Selbstmachtach nach Dortmund. Im musikalischen Rahmenprogramm finden sich u.a. Mimi Márquez aus Herne, Kellerwerk aus Essen und Rich Kid Rebellion aus der Heimat Dortmund.

Tickets gibts am Veranstaltungstag (22.3.2015), und zwar am Veranstaltungsort:
Alte Schmiede, Hülshof 32, 44369 Dortmund.

Erwachsene: 5 EURO,
Ermäßigt: 4 EURO Studis und Schüler
Kids unter 6 Jahren: frei

 

selbstmachtach

Upcyclingshop – Online-Shop für Upcycling-Mode und mehr…

Ein schöner Bericht von Monika Zielinski.
http://www.gruenemode.com/2015/02/upcyclingshop/

Veröffentlicht auf www.gruenemode.com
am 12. Februar 2015

“In der Kreativstadt Berlin ist ein neuer Upcycling Online-Shop gegründet wurden. Der treffende Name Upcyclingshop ist dabei Programm, denn hier gibt es nur Produkte aus Alt-Materialien. Der junge Shop bietet dabei nicht nur Mode, sondern auch Accessoires sowie Deko und Nützliches für Daheim.

Gründer und Inhaber des Upcyclingshop ist Christoff Wiethoff, der sich schon seit 2006 für das Upcycling als ökonomischen und ökologischen Faktor interessiert. Im Sudan lernte er kreative Möglichkeiten kennen, wie man mit Abfall sinnvoll umgehen kann. In Berlin gründete er dann 2010 die Firma nobrands GmbH und begann seine Mission. Das größte Ziel von Wiethoff wäre, wenn bis 2017 jeder Haushalt im Besitz eines Upcyclingprodukt sei. Bisher hat er dazu mit einem Upcycling-Blog und einer Suchmaschine (Upcyclingworld) beigetragen. Mit dem Shop seit Ende 2014 können nachhaltig orientierte Menschen nun auch kreative, kleine, engagierte und sehenswerte Label kennenlernen.

Upcyclingshop

Das Angebot von Ucyclingshop umfasst derzeit hauptsächlich Damen- und auch Kinderkleidung im Bereich Mode. Mit dabei sind Label wie Nilüfer eco fashion, Milch, Didi Textiles oder ZickundZack. Hier sind nicht nur die Designs besonders und speziell, sondern teilweise auch die Stoffe. Altes oder ungenutztes Material wird zu einem neuen Kleidungsstück gemacht und dabei kann es sich auch einmal um eine Tischdecke handeln. Ähnlich ideenreich bleibt es auch bei den Accessoires. So findet man hier etwa Schmuck aus Gummiresten oder Handtaschen aus alten Zelten. Durch die Designer wird diesen Materialien somit ein zweites Leben geschenkt, in dem sie nicht für ihren Nutzen, sondern für ihre Schönheit geschätzt werden können.

Die Philosophie des Upcyclingshops “Upcycling ist das neue BAUHAUS” setzt ganz auf das ökologische und modische Potential der Wiederverwertung von Stoffen und Materialien. So legt das Team großen wert auf individuelle Designs in hoher Qualität, die durch verantwortungsvolles Handeln ihre besondere Bedeutung erlangen. Letztlich geht es bei Upcycling nicht nur um recyceln, sondern um Wertschätzung und Einfallsreichtum.”

Weitere Informationen und Online-Shop unter www.upcyclingshop.de

Text: Monika Zielinski / Screenshot: Upcyclingshop Webseite

Upcyclingidol Nr. 11: NICOLE KININGER

Nicole Kininger von ‘farbenfroh’

Man sagt doch immer, man solle dem Bauchgefühl folgen und auf das Herz hören. Und genau das hat Designerin Nicole Kininger getan –  ihr Vorsatz: 100% produktiv und 100% Upcycling.

Dabei hat es ihr die Arbeit mit Kindern besonders angetan: „Unbefangen, kritisch und extrem erfinderisch gehen Kinder an das Thema Upcycling heran. Schnell begreifen sie die Notwendigkeit des Handelns und sind bereit und offen für neue Wege“, so die unkonventionelle Designerin aus Rastatt weiter. Engagiert organisiert Nicole Kininger spezielle Upcycling Workshops, an denen Kinder im Alter von 7 bis 15 Jahren teilnehmen können. Dabei trifft sie sich mit den Kids wahlweise in Schulen, in Beratungsstellen für Jugendliche, in der Schülerakademie in Karlsruhe oder sogar Daheim, im Designparadies ‘farbenfroh’.

Jeder Workshop ist für Nicole ein einzigartig toller Event, denn ‘farbenfroh’ ist nicht nur eine Designwerkstatt – ‘farbenfroh’ leistet Aufklärungsarbeit in Punkto Müllproblematik.
Ein absolutes Highlight für alle Kids sind die KINDERGEBURTSTAGE im Hause ‘farbenfroh’: Dabei steht das Motto „upcycling for your live“ im Mittelpunkt, erzählt uns die gelernte Grafikdesignerin, die an ihrer Arbeit vor allem die Kreativität und die Vielfalt liebt.

Auch die Wohnung der Familie Kininger profitiert von Nicoles kreativen Talenten: Lampen in aparten Formen und Materialien, Collagen, aber vor allem mit Müll experimentiert die Designerin. Der Altbau wird durch die geballte Kreativität in ein charmantes Ambiente getaucht, dass den Besucher innerhalb von Sekunden in seinen Bann zieht.
Stets im Wandel der Zeit, versucht Nicole auch für ihre eigenen Kinder ein Vorbild für Einfallsreichtum und Umweltbewusstsein zu sein: „Die beiden Jungs wandeln schon jetzt in den Fußstapfen der Mama, die aus jedem Stück Verpackungsmaterial ein Spielzeug gestaltet, oder eine Dekoration für das Kinderzimmer erstellt. Früher nannte ich meine Arbeit ‘Recycling-Kunst’, denn den Begriff ‘Upcycling’ gab es noch nicht.“, so die nachhaltige Designerin weiter.

Eine Wow-Geschichte einer Frau, die sich nicht in Normen pressen lässt; und die die Welt mit anderen Augen sieht und vielleicht gerade deshalb die Kleinsten unserer Gesellschaft so begeistern kann.

Gefällt Dir Nicole? Dann unterstütze sie bei ihrer Aufklärungsarbeit mit einem Like oder mit einer Nachricht. http://buff.ly/1v9sx6K

Text: Patrizia Grünhagen
Fotos: Nicole Kininger

Nicole Kininger - Upcycling Designer

Upcyclingidol Nr. 10: NADIA BACCHI

Nadia Bacchi – Inhaberin und Gründerin von RECICLA JEANS in Brasilien

„Durch das Wiederverwenden von Jeans-Stoffen versuchen wir der Gesellschaft ein Bewusstsein für umweltverträgliches Handeln zu vermitteln. Jeans ist einerseits das am häufigsten verwendete Textil, andererseits gilt dieser Kleidungsstoff als einer der resistentesten der Welt. Doch dies ist teuer erkauft: Jeans ist auch das Textil, das aufgrund des chemischen Herstellungsprozesses, die Umwelt am meisten belastet. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, Jeans zu recyceln bzw. zu upcyceln!“

Beseelt mit dem tiefen Wunsch, einen gesellschaftlichen Beitrag zu leisten und dem Traum, die Welt nachhaltiger zu gestalten, startete Nadja gemeinsam mit anderen Frau das non-for-profit Projekt “RECICLA JEANS”.
RECICLA JEANS möchte eine Chance für die Benachteiligten, für die Armen in der Gemeinde, bieten. “Wir sind für die Menschen da, die offen sind, und bereit sind, etwas Neues zu lernen”, so  die brasilianische Upcycling Aktivistin. Das benötigte Jeansmaterial kommt von Privatpersonen wie von Firmen: nicht mehr Gebrauchtes, Restbestände, und sogar Überbleibsel aus den Qualitätstests regionalen Textilfabriken.

Nadia selbst ist berührt von dem positiven Feedback, dass sie und ihr Projekt erfährt: „Die Leute sind von den Produkten, die wir designen und von deren Schönheit begeistert.“ Über die Jahre hinweg schloss sie viele Freundschaften zu anderen umweltbewussten Designern. Einer von ihnen ist Alexandre Herchcovitch. “Wir haben 2 Jahre zusammengearbeitet, und setzten ein Recycling-Projekt um. Hierfür haben wir von Privatpersonen Alt-Kleidung gesammelt haben, re-designed und schliesslich der Öffentlichkeit  in der Morumbi-Shopping-Mall (einem Einkaufszentrum in der Nähe unserer Organisation) präsentiert. Die Spender konnten dann ihre alte Kleidung im neuen Look nach dem Upcycling Prozess in der Mall bestaunen. Während der ganzen Aktion haben unsere Näherinnen eng mit Alexandre zusammengearbeitet und haben beeindruckende Kunstwerke gezaubert.”

Nadia‘s Upcycling Botschaft erweckte bereits internationale Aufmerksamkeit. Einige RECICLA JEANS Modelle findet man beispielsweise im Restaurant “Cabana Brazilian Barbecue” in London. Der Restaurantbesitzer hatte bei einem seiner Aufenthalte in Brasilien die Produktkreationen entdeckt und war sofort begeistert. Der erste Auftrag war ein Couchüberwurf – und der neue Couch-look begeisterte auch das Londoner Publikum. Seitdem sind weitere Veränderungen im Lokal durch kreative Upcycling Jeans-Ideen hinzugekommen.

Nadia geht es um die Umwelt wie um die Menschen: “Was wir brauchen, ist ein Weg, um unsere Produkte und Projekte bekannt zu machen.”

Du kannst Nadia dabei unterstützen, internationales Bewusstsein fürs Jeans Upcycling zu erwecken, für die Erhaltung der Umwelt zu sorgen, und sehr wichtig, den Armen zu helfen.

Facebook: http://buff.ly/1xFMgLU
Couch des “Cabana brasilianischen Barbecue”: http://buff.ly/1uzAuBV

Fotos: Nadia Bacchi
Text: Patrizia Grünhagen

nadia Bacchi

Upcyclingshop.de: So individuell wie Ich

50 Upcycling Designer zeigen Unikate im Recycling Look

“Design küsst Recycling” – das ist die Idee, die hinter dem neuen Upcyclingshop steht, der ab sofort unter der Internetadresse www.upcyclingshop.de erreichbar ist. Dazu Upcycling Fan und Onlineshop-Initiator Christoff Wiethoff: “Mit dem Upcyclingshop wollen wir ein Zeichen für einen neuen, faszinierenden Lifestyle setzen, der einerseits nachhaltigen Konsum verspricht und andererseits trendy, individuell und kreativ ist.”

Mehr und mehr Menschen begeistern sich für Upcycling als neue Designform. Anzughosen werden zu Kopfbedeckungen, Basketbälle zu Mäppchen, Fallschirme zu Badetaschen, Feuerwehrschlauch zu Gürteln, Schallplatten zu Uhren…der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Und so entstehen aus Gebrauchgegenständen in liebevoller Handarbeit grossartige Unikate. “Hier gíbt es nichts von der Stange. Die Produkte sind so einzigartig wie ihre Designer. Es ist fantastisch, was aus Alt-Materialien gezaubert werden kann. Man spürt förmlich das Herzblut, das Teil der Produkte geworden ist”, beschreibt enthusiastisch der Berliner Upcycling Unternehmer, der selbst an der Hochschule der Künste studiert hat.

Lifestyle und die gelebte Individualität sind die vordergründigen Aspekte des Upcyclings. Der weitergehende Aspekt besteht jedoch in der Umweltverantwortung. Denn beim Upcycling werden vorwiegend Materialien wiederverwendet, die sonst auf dem Müll landen würden. Die Statistik belegt, dass jeder Bundesbürger im Jahr 500kg Müll produziert – eine gigantische Menge. Umdenken ist gefordert, und beim Upcycling geht dieses Umdenken einher mit Kreativität und hohen Qualitätsstandards. “Umweltverantwortung alleine, das ist zu wenig”, meint Wiethoff. “Mein Herz schlägt für das Upcycling, denn es geht vorrangig um professionelle Handarbeit im Kontext von kreativem Design, Premium Qualität und Nachhaltigkeit, was auch unser Logo durch die ausgestreckten drei Finger symbolisiert”, so Wiethoff weiter.

Und somit sieht sich der Upcyclingshop primär als gesellschaftliche Initiative. Dazu Christoff Wiethoff: “Wir sind glücklich, dass wir gleich zum Start des Upcyclingshop 50 Upcycling Designer mit über 400 individuellen Upcycling Produkten präsentieren können. Wir möchten nachhaltig etwas bewegen, denn unser Ziel ist es, dass sich bis 2017 in jedem deutschen, österreichischen und schweizer Haushalt mindestens ein Upcycling Produkt befindet.”

Upcycling setzt sich als Trend immer weiter durch – neben England und den USA ist gerade der deutschsprachige Raum Vorreiter der Upcycling-Bewegung.

upcyclingshop

Upcyclingidol Nr. 9: WINNIE McHENRY

Die gelernte Innenarchitektin, Winnie McHenry, sieht das Problem der heutigen Wegwerf-Gesellschaft in der Geiz-ist-Geil Mentalität und im Einweg-Konsumverhalten. “Nichts ist für die Ewigkeit gemacht. Müll lande immer irgendwo und verschwinde nicht so einfach.”

Nehmen wir ein Beispiel: Es gibt immer die coolen, neuen Spielsachen und es gibt die ‘anderen’; die ungewollten, alten Spielsachen. Haben wir schon einmal darüber nachgedacht, wo wir die unerwünschten Spielzeuge lassen, wenn wir sie nicht an Freunde oder Familie weitergeben können? Der südafrikanische Frau kam hierzu eine geniale Idee. Nach ihrem Motto ‘Des Einen Leid ist des Anderen Freud’ initiierte Winnie das erste Spielzeug-Krankenhaus in Südafrika. Sie sammelt unerwünschte Spielzeuge, reinigt und repariert sie. Andere Menschen können dann dieses Spielzeug wieder kaufen – für sich selbst, für andere, oder als Spende. Neben der Restaurierung der alten Spielzeuge kreiert die Südafrikanierin auch neue Spielsachen aus „Alt”-Materialien,  wie beispielsweise bohnenbefüllte Hacky Sacks, Holzklotz-ABCs oder Memory Spiele.

“In Südafrika ist Upcycling noch ein sehr neues Konzept,” erklärt uns Winnie. “Wir benutzen eher den Begriff des Recyclings. Im Moment gibt es noch keinen Unterschied zwischen Recycling und Upcycling in unserem Land. Wir sind gerade erst dabei mit dem Recyceln anzufangen. Daher wird es noch ein paar Jahre dauern bis wir Südafrikaner über Alternativen des Recyclings und des Wegwerfens nachdenken.“
Winnie McHenry: „Von der Regierung kommt leider keine richtige Unterstützung für die junge Upcycling Bewegung.” Geld werde für die Bewerbung NEUER Produkte und Dienstleistungen ausgegeben. Das Abfallproblem werde eher ignoriert, als das nach einer geeigneten Lösung gesucht werde. In Sachen Mülltrennung befinde sich Südafrika weit hinter den Ländern der Europäischen Union (EU). Auch sei die Akzeptanz für Upcycling Produkte in den 3. Welt Ländern gering ausgeprägt. Die meisten Südafrikaner sehen die Werbeplakate für neue Produkte, Luxus Güter und Designer Artikel. Und gerade für Südafrikaner, die aus ärmeren Verhältnissen stammen, sind solche Produkte sehr erstrebenswert.  Das Tragen von wiederverwendeter Kleidung werde immer noch mit Armut in Verbindung gebracht.

Und so überrascht es nicht, dass in Südafrika – laut Winnie McHenry – lediglich Grossunternehmen auf den Upcycling Trend setzen, um sich als ‘grün’ und verantwortungsvoll zu präsentieren. “Da werden Mitarbeitern und Kunden Upcycling Produkte geschenkt, doch der einfache Mann auf der Straße kann nichts mit dem Upcycling Begriff anfangen.“, bedauert Winnie.

Doch die Erwachsenen könnten von den Kindern lernen. Diese benutzten ihre Phantasie und Kreativität, um aus vermeintlichen Abfall etwas Neues zu zaubern. Von diesem Optimismus angetrieben, gründete Winnie die Organisation „Upcycle”. Gemeinsam mit ihrem Team initiiert sie Beratungen, Trainings und Aktivitäten für Unternehmen, die strategisch auf Upcycling und Recycling setzen wollen. Dies mache es ihr möglich, die Idee des Upcyclings einem größeren Kreis von Menschen zu vermitteln. Und Winnie McHenry bewegt Menschen, denn man spürt, dass sie ihre Arbeit liebt: “Wenn jemand durch meine Upcycling Arbeit eine neue Sichtweise bezüglich unserer Ressourcen entwickelt, so ist dies mein größter Erfolg. Die Menschen müssen den Grund verstehen, warum Upcycling so elementar wichtig ist.”

Und so liegt es auf der Hand, dass sich Winnie nicht nur für Upcycling Produkte stark macht. “Wir müssen die Herstellung von wirklich guten Produkten mit gesteigerter Qualität vorantreiben, die ein Leben lang halten. Wir müssen Verantwortung für unser Handeln übernehmen. In unserem Interesse wie auch im Interesse unseres Planeten. Denn Upcycling ist nicht nur das, was wir tun, sondern vor allem eine Einstellung zum Leben selbst.”

Gefällt dir Winnie’s Einstellung? Gib ihr Dein Like! http://buff.ly/1xcoBUA

Crafty Corner: http://buff.ly/1xcozMH
Upcycle: http://buff.ly/1xcozMI
Spielzeug-Krankenhaus: http://buff.ly/1xcoBUD

Text: Patrizia Grünhagen
Fotos: Winnie McHenry

winnie mchenry

 

Upcyclingidol Nr. 8: HAJNAL SZOLGA

Hajnal Szolga, gebürte Ungarin mit Wohnsitz in Berlin, zaubert gemeinsam mit Erika Pataki wunderschöne Schmuckstücke aus Fahrradschläuchen, die unter dem Namen LICORICE bekannt sind.

„Licorice ist ein Veganschmuck, 100% upcycling und 100% handgemacht”, so Hajnal Szolga. Wer jetzt denkt ‘Licorice, das hört sich doch an wie Lakritz’, liegt fast schon richtig! Der aus langen schwarzen Gummifäden zusammengedrehte Schmuck sieht der Süßigkeit nämlich verdammt ähnlich. Mit ihrem Upcycling Schmuck polarisiert Hajnal die Menschen: „Entweder Du findest es ekelhaft oder Du bist sofort verliebt und abhängig davon – genau wie bei Lakritz selbst” erzählt Hajnal Szolga weiter.
Neben Erika Pataki, die für das gemeinsames Label LICORICE die Werkstatt und den Showroom in Pécs (Ungarn) leitet, bekommt Hajnal von 4 jungen Designern Unterstützung. Junge Talente zu fördern, ist der engagierten Upcyclerin aus Ungarn wichtig: Am liebsten möchte sie schon bald eine weitere Werkstatt eröffnen!

Mit ihrer Upcycling Mädelstruppe zieht Hajnal gerne mal um Berlin’s Häuser und tauscht sich über die neuesten Upcyclingtrends aus. „Eine so große Metropole, wie Berlin, produziert viel Schlauchabfall.” Fahrradwerkstätten und Freunde sind daher die beste Schlauchquellen für die Ungarin. Hat sie erstmal das Material zusammen, so heißt es für Hajnal in ihrer Heimwerkstatt: Säubern und jede Menge Scherenarbeit. Je nachdem entstehen dann „Spaghetti”, „Serpentinen” oder „DNS” aus dem Fahrradzubehör.

Auf die Frage hin, wie die Upcycling Situation in Ungarn aussieht, erzählt uns Hajnal, dass dort eine breite Szene von kreativen Menschen und Upcycling Künstlern zu finden sei. Der große Unterschied läge nur darin, dass Ungarn im Gegensatz zu Deutschland noch nicht bereit für ungewöhnliche und provokative Sachen sei. „Nicht nur das Fehlen der umweltbewussten und verantwortungsbewussten Haltung der Gesellschaft, sondern auch eine starke finanzielle Krise und alltägliche Existenzprobleme machen es den Upcycling Designern nicht leicht, ihre Produkte zu verkaufen.“
Hajnal, die schon immer eine Neigung zu Kunst und Design hatte, und sich gern für die Natur und ihre Umwelt engagiert, nimmt dabei eine klare Position ein: Sie möchte ihre Landsleute vom Ökoprodukt-Design begeistern! In Ungarn selbst hat die junge Frau einen speziellen Verein gegründet. In einem Gemeinschaftsatelier organisiert das Team aus Künstlern, Designern, und diversen Umweltexperten, verschiedene Workshops, in denen Haushalts-und Verpackungs“Abfall“ in Gebrauchsgegenstände, Installationen oder Dekorationen für das Eigenheim umfunktioniert werden.

Hier kommt Hajnal’s persönlicher Umwelttipp: „Neben Mülltrennung und Fahrrad fahren sollte man vorwiegend regional einkaufen. Ich empfehle auch einfache Mittel wie Essig, Kaffedusel oder Natron zu Hause zu verwenden. Diese eignen sich prima als natürliche Reinigungsmittel.”

Hast auch Du noch einen alten Fahrradschlauch zuhause liegen und wohnst in Berlin? Dann melde Dich doch bei Hajnal! Vielleicht zaubert die junge Designerin auch Dir den passenden Schmuck für das kommende Weihnachtsfest.

Gefällt dir Hajnal? Dann like ihr Label auch auf FB: http://buff.ly/1zVnf2z

Fotos: Hajnal Szolga
Text: Patrizia Grünhagen

LICORICE

Upcyclingidol Nr. 7: LANNI VON (RE)

„Du musst eine Menge Glauben und Vertrauen in Dich selbst haben, um eine neue Nachricht in ein altes System zu bringen.“

Und genau das ist es, was die junge Designerin Lanni von (RE) aus Los Angeles (LA) mitbringt.
Zu Beginn ihrer Design-Karriere flog sie sogar nach Europa, „weil dort schon Upcycling Marken im Umlauf waren.” Sie hielt Vorträge und veranstaltete Modeschauen über und mit Upcycling Mode von Japan bis zum ländlichen Wisconsin. „Und die Leute hören gerne davon, wie man alte Kleidung wieder in neue Kleidung umwandeln kann. Wir sind EINE globale Gemeinschaft und tief in unserem Innersten, wollen wir alle ein besseres Leben und eine bessere Art und Weise, Dinge zu tun. ”

Als die junge Frau nach LA zog, tat sie dies aus einem bestimmten Grund: Upcycling Mode in die Mainstream Medien und auf dem roten Teppich zu bringen.

„Im Upcycling gibt es zwei Kategorien; Vor-Konsumenten ‘Abfall’ und Nach-Konsumenten ‘Abfall’“, erklärte sie:
„Auf der einen Hand, bestehen Vor-Konsumenten ‘Abfälle’, aus den Stoffen, die bei der Kleidungsproduktion übrig bleiben, beschädigt sind oder aussortiert werden, bevor sie den Markt überhaupt erreichen. Dies ist ein riesiger Vorteil für Upcycling Designer, die hierbei ausgezeichnete Stoffe zu Rabattpreisen erschwingen können. Darüber hinaus ermöglicht dies den Herstellern auch eine neuartige Geldquelle für ihre Reststoff-Abfälle. Dabei sind die eigentlichen Gewinner bei dieser Sache unsere Mülldeponien, denn durch diesen Prozess können 90% der Textilien wiederverwendet werden. Für uns Upcycler ist davon natürlich nichts Abfall, denn das ist unser Material für unsere Kreationen.”, so Lanni weiter
Auf der anderen Hand, verrät uns Lanni, arbeitet sie hauptsächlich mit Nach-Konsumenten ‘Abfall’, der aus Kleidung bestehe, die schon im Umlauf gewesen ist. Sie bezieht ihre Materialien daher aus Secondhandläden oder Antiquitätengeschäften. Für Lanni ist es die beste Inspiration, wenn sie sehen kann, was sie vor sich hat.

Es bestehe oft keine Notwendigkeit, neue Kleidung zu kaufen. Alles, was man besitze, kann wieder neu gestaltet werden. Nötig sei dafür nur die Fähigkeit, alte Kleidung wieder mit anderen Augen wahrzunehmen, so Lanni weiter, und genau das ist ihre Passion. Lanni nennt eine ihrer Aktionen „Eco-closet make overs“ – auf Deutsch gesagt, eine ökologische Schrankumwandlung.
Dabei geht die Designerin aus LA gemeinsam mit ihren Kunden durch die Kleiderschränke und sortiert die Kleidungsstücke in bestimmte Kategorien (muss geflickt werden, für den Schneider, für den Dachboden, zu spenden, zu behalten, und so weiter) – kurz – aussortieren, was man nicht mehr braucht. “Die meisten meiner Kunden sind Frauen im Alter von 39-65 Jahren, die nur ein wenig Hilfe benötigen, da sie sich mit all ihren Klamotten überfordert fühlen.“ Lanni erntet mit ihren “Eco-closet make overs” viel positives Feedback, selbst von berühmten Persönlichkeiten.

Lanni geht es darum, Mode ohne Reue zu schaffen. Ohne, dass man sich schlecht fühle, da man schon wieder zu viel ausgegeben habe oder ohne das peinlichen Gefühl, wenn man bemerkt, dass man doch zu viele Kleidungsstücke im Kleiderschrank hat, die man eh nicht trage…

Liebe Lanni, mit jemanden wie Dich an der Spitze der Upcycling Bewegung, machen wir gern einen Schritt nach vorn!

Gefällt Dir Lanni? Gib ihr Dein Like!
http://buff.ly/1oDJuFE
http://buff.ly/1oDJt4r

Text: Patrizia Grünhagen
Fotos: Lanni von (RE)

Upcycling Mode - die Designerin Lanni von (RE) ist Upcyclingidol Nr. 7

Upcyclingidol Nr. 6: EMMA DEERING

„Es dreht sich alles darum, funktional über das Gewöhnliche zu denken!“, so Emma Deering aus Irland, die damit ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht hat.

Emma selbst ist eine begeisterte Upcyclingdesignerin durch und durch, nimmt Upcyclingaufträge an und setzt diese nach den Wünschen ihrer Kunden mit viel Liebe zum Detail um.
Genauso wie in Deutschland wird in Irland Upcycling mehr und mehr als „it“ Begriff bekannt. Menschen upcyclen selbst ihre Möbel, geben diesen damit einen neuen frischen Look. Die Menschen erlernen wieder vermehrt das Nähen oder das Stricken. Die Mentalität unserer Großeltern kommt so allmählich wieder. „Dabei sind viele davon inspiriert, etwas Eigenes zu kreieren und ihren eigen Style zu leben.“ „Doch der Masse fällt es oft noch schwer, außerhalb der Box zu denken.“ Es gibt immer noch mehr Menschen, die skeptisch sind, selbst Upcycling zu betreiben bzw. Upcyclingprodukte aus Materialen zu kaufen, die andernfalls auf der Müllheide gelandet wären.
Aus diesem Grund ist Upcycling Teil von Bildung.

Upcycling bedeutet für Emma Neugierde, Verlängerung der Lebenszeit von unseren Produkten und das bestimmte Bewusstsein für die Umwelt. Dieses Bewusstsein hat für die junge Frau etwas mit gezielter Bildung zu tun: „Je mehr man Upcycling publik mache, desto mehr Menschen würden auch umdenken.“ „Alles, was wir wiederverwenden, recyclen, wiederherstellen und upcyceln können, kann den Unterschied – den Wandel – herbeiführen.“ Dies hat auch die irische Regierung erfasst und ein Community Reuse Network (CRN) ins Leben gerufen. Neben Schulaktionen werden Workshops speziell als Anregung zum Wiederverwenden angeboten.
Auch Emma verbreitet das Thema Upcycling gern: Stolz erzählt sie uns, dass sie dieses Jahr zum zweiten Mal vom größten Musikfestival Irlands eingeladen wurde, ihre Upcycing Kreationen zu präsentieren. Darüber hinaus ist sie auch in der Schule ihrer Kleinen mit dem Upcyclingthema unterwegs. Dieses Jahr wird sie mit den Kindern gemeinsam Fahrradgestelle aus Palletten erstellen.

„Pflanze Samen in die kleinen Köpfe und schau welcher Genie erblühen wird“ – ein liebevoller Spruch unseres Upcyclingidols aus Irland!

Emma auf Facebook: http://buff.ly/1woTByM
Emma’s Website: http://buff.ly/1um0AUF

Foto: Emma Deering
Text: Patrizia Grünhagen

Emma Deering