Upcycling-Wohnart aus Stuttgart

Leider gehört es heutzutage zur Normalität, Dinge für die man keine Verwendung mehr hat oder die zu alt sind, wegzuschmeißen. Wir leben in der Generation der Verschwendung und das Motto ist lieber etwas Neues zu kaufen, wie etwas Altes aufzubereiten. Das hat fatale Folgen für die Umwelt und jeder kann seinen Beitrag dazu leisten um diese Verschwendung zu reduzieren, wenn man nur ein wenig Nachhaltig lebt.Upcyclingwohnart portrait

Ich war schon immer ein Fan von Upcycling und dazu noch ein Bastler und Tüftler. Mir hat es Spaß gemacht, darüber nachzudenken was man alles mit seinen eigenen Händen kreieren kann. Es fing an mit einem Palettentisch und dann kamen auch schon tausend andere Ideen. Viele Dinge hatte ich noch Zuhause rum liegen wie zum Beispiel alte Nägel oder Seile und so kam die Idee, bei all meinen nächsten Projekten auf Nachhaltigkeit zu setzten. Die Motivation auf Nachhaltigkeit zu setzen, wird nie langweilig werden, da es sehr viele Möglichkeiten gibt, diese umzusetzen.

Wir von Upcycling Wohnart stellen exklusive, handgefertigte Möbelstücke aus Altholz und alten Paletten in den verschiedensten Ausführungen her. Alle Möbel werden aus alten , ausgemusterten Rohstoffen gefertigt und selbst designt.

Es wird zu viel hergestellt, um billig verkaufen zu können. Die heutige Gesellschaft will alles immer größer, besser und billiger. Ich denke die Schwierigkeiten bei Öko-sozialen Unternehmen ist, dass man nicht auf Masse, sondern auf Qualität setzt und daher die Preise höher sind wie in anderen Unternehmen, die viel und billig produzieren. Außerdem hat man nicht alle Möglichkeiten – ich gehe zum Beispiel nicht einfach in den Baumarkt und kaufe mir neue Farbe, wenn die andere leer ist, sie muss aufwendig hergestellt werden und das kostet Zeit.

Upcyclingwohnart produkt

Nachgefragt bei Upcycling Wohnart Betreiber, Michael Lepple:
Was war Ihre Motivation aus Nachhaltigkeit zu setzen?

Recycling bedeutet Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit. Ausgediente Stoffe zu verwerten, ist in unserer heutigen Gesellschaft ein grundlegendes Problem. Für unsere Möbel benutzen wir alte Glasplatten, Nägel, Seile etc. Die Farbe wird zum Beispiel, aus Farbresten und einer geheimen Formel, individuell hergestellt.

Welche Schwierigkeiten treten aus Ihrer Sicht im öko-sozialen Business auf?

Es wird zu viel hergestellt, um billig verkaufen zu können. Die heutige Gesellschaft will alles immer größer, besser und billiger. Ich denke die Schwierigkeiten bei Öko-sozialen Unternehmen ist, dass man nicht auf Masse, sondern auf Qualität setzt und daher die Preise höher sind, wie in anderen Unternehmen, die viel und billig produzieren. Außerdem hat man nicht alle Möglichkeiten, ich gehe zum Beispiel nicht einfach in den Baumarkt und kaufe mir neue Farbe wenn die andere leer ist, sie muss aufwendig hergestellt werden und das kostet Zeit.

Was tun Sie privat, um das Thema Nachhaltigkeit voran zu bringen?

Ich persönlich versuche, mit der Wiederverwertung von ausgedienten Materialien meinen Beitrag zum Thema Nachhaltigkeit beizutragen. Außerdem versuche ich Lebensmittel Verschwendung zu vermeiden, indem ich nur das kaufe, was ich auch wirklich brauche und kaufe Lebensmittel regional ein. Mit meinen Möbeln möchte ich außerdem für das Thema Nachhaltigkeit werben und den Leuten den Spaß an Nachhaltigem Arbeiten vermitteln.

Webseite von Upcycling-Wohnart

Auf zum Selbstmachtach am 22.3.2015 – Upcycling Event in Dortmund

Upcycler und DIY- Künstler in Dortmund hautnah erleben

https://www.facebook.com/selbstmachtach

Der ‘Selbstmachtach’ ist ein Event in Dortmund, auf dem man sich über alle Facetten des Upcycling und DIY informieren kann. Als ‘1. Urban Upcycling Convention’ dient die Veranstaltung zudem als Plattform zum Austausch von Ideen und Erfahrungen. Durch interaktive Workshops kann die gemachte Erfahrung praxisorientiert umgesetzt werden…und die kreierten Produkte und Exponate können anschließend mit nach Hause genommen werden.

“Eines der Hauptziele vom ‘Selbstmachtach’ ist das Durchbrechen von Stereotypen im Bereich Upcycling und das Stärken des Umweltbewusstseins. Gerade in unserer heutigen Wegwerfgesellschaft ist es wichtig das Thema Nachhaltigkeit auf flippige Art und Weise vom biederen Korsett der noch immer in den meisten Köpfen manifestierten „Öko-Bewegung“ und deren Ausläufern zu lösen und in die heutige Generation mit seinen internetaffinen Begründern zu integrieren.”, so Fabian Vogel von Selbstmachtach.

Also: Auf, auf, zum Selbstmachtach nach Dortmund. Im musikalischen Rahmenprogramm finden sich u.a. Mimi Márquez aus Herne, Kellerwerk aus Essen und Rich Kid Rebellion aus der Heimat Dortmund.

Tickets gibts am Veranstaltungstag (22.3.2015), und zwar am Veranstaltungsort:
Alte Schmiede, Hülshof 32, 44369 Dortmund.

Erwachsene: 5 EURO,
Ermäßigt: 4 EURO Studis und Schüler
Kids unter 6 Jahren: frei

 

selbstmachtach

Crowdfunding Kampagne für supasu ist gestartet

Die Crowdfunding Kampagne für die supasu UG bei Startnext ist gestartet:

https://www.startnext.com/supasu-basic/blog/

Was steckt hinter supasu?

Rudi Zimmermann hat die Firma supasu gegründet, mit dem Ziel, DAS Label für nachhaltige Basics zu werden.

Für den Markteintritt hat er deshalb ein Doppelpack mit T-Shirts entwickelt. Eine Erweiterung ist in Arbeit, so kommen neue Farben und auch neue Artikel hinzu. Mit einer Modedesignerin aus Berlin entwicklt er derzeit neue Blusen, Hemden und Chinos. Stoffe, Knöpfe und Fertigung  sind GOTS zertifiziert. Auch die supasu UG soll auch ein eigenes GOTS Zertifizierung erlangen.

 

Für wen sind die nachhaltigen Basics von supasu?

Endverbraucher sollen die supasu Produkte zukünftig über den Online-Shop direkt bestellen können.

Einzelhändler können eine Grundbestückung ordern. Nachlieferungen erfolgen automatisch nach einem speziellen Schlüssel. So wird eine permanente Warenversorgung sichergestellt. Der Vorteil für den Händler ist, dass er ein geringes Lager hat, aber ständig alle Größen, Farben und Artikel anbieten kann. Das steigert die Wirtschaftlichkeit und so kann der Marktanteil nachhaltiger Textilien auf Dauer steigen.

Außerdem plant Rudi Zimmermann eine B2B-Kommunikationsplattform. Händler können sich über ihre Erfahrungen austauschen oder Warentransfers vornehmen. Gemeinsam ist die Community stärker: z.B. bei der Erteilung von Aufträgen, bei der Planung von Werbemaßnahmen oder bei der Unterstützung nachhaltiger Projekte.

Sicherlich ist supasu ein unterstützungswürdiges Projekt, wenngleich es noch nicht in Sachen Upcycling unterwegs ist.

supasu

Upcyclingshop – Online-Shop für Upcycling-Mode und mehr…

Ein schöner Bericht von Monika Zielinski.
http://www.gruenemode.com/2015/02/upcyclingshop/

Veröffentlicht auf www.gruenemode.com
am 12. Februar 2015

“In der Kreativstadt Berlin ist ein neuer Upcycling Online-Shop gegründet wurden. Der treffende Name Upcyclingshop ist dabei Programm, denn hier gibt es nur Produkte aus Alt-Materialien. Der junge Shop bietet dabei nicht nur Mode, sondern auch Accessoires sowie Deko und Nützliches für Daheim.

Gründer und Inhaber des Upcyclingshop ist Christoff Wiethoff, der sich schon seit 2006 für das Upcycling als ökonomischen und ökologischen Faktor interessiert. Im Sudan lernte er kreative Möglichkeiten kennen, wie man mit Abfall sinnvoll umgehen kann. In Berlin gründete er dann 2010 die Firma nobrands GmbH und begann seine Mission. Das größte Ziel von Wiethoff wäre, wenn bis 2017 jeder Haushalt im Besitz eines Upcyclingprodukt sei. Bisher hat er dazu mit einem Upcycling-Blog und einer Suchmaschine (Upcyclingworld) beigetragen. Mit dem Shop seit Ende 2014 können nachhaltig orientierte Menschen nun auch kreative, kleine, engagierte und sehenswerte Label kennenlernen.

Upcyclingshop

Das Angebot von Ucyclingshop umfasst derzeit hauptsächlich Damen- und auch Kinderkleidung im Bereich Mode. Mit dabei sind Label wie Nilüfer eco fashion, Milch, Didi Textiles oder ZickundZack. Hier sind nicht nur die Designs besonders und speziell, sondern teilweise auch die Stoffe. Altes oder ungenutztes Material wird zu einem neuen Kleidungsstück gemacht und dabei kann es sich auch einmal um eine Tischdecke handeln. Ähnlich ideenreich bleibt es auch bei den Accessoires. So findet man hier etwa Schmuck aus Gummiresten oder Handtaschen aus alten Zelten. Durch die Designer wird diesen Materialien somit ein zweites Leben geschenkt, in dem sie nicht für ihren Nutzen, sondern für ihre Schönheit geschätzt werden können.

Die Philosophie des Upcyclingshops “Upcycling ist das neue BAUHAUS” setzt ganz auf das ökologische und modische Potential der Wiederverwertung von Stoffen und Materialien. So legt das Team großen wert auf individuelle Designs in hoher Qualität, die durch verantwortungsvolles Handeln ihre besondere Bedeutung erlangen. Letztlich geht es bei Upcycling nicht nur um recyceln, sondern um Wertschätzung und Einfallsreichtum.”

Weitere Informationen und Online-Shop unter www.upcyclingshop.de

Text: Monika Zielinski / Screenshot: Upcyclingshop Webseite

Upcycling und Recycling: Rückblick und Ausblick

Liebe Upcyclingfreunde,
was wird uns das Jahr 2015 bringen? Ein Jeder/ eine Jede hat Vorstellungen, Hoffnungen und ggf. auch Befürchtungen, was uns erwartet.

Auf jeden Fall wird es spannend und hoffentlich sehr erfolgreich, was wiederum von unserem Handeln abhängt. Durch unsere bewusste Entscheidung für Upcycling und Recycling sind wir alle bereits auf dem richtigen Pfad. Dieser ist noch steinig, und sicherlich alles andere als leicht.

Doch Bange machen, gilt nicht – und Aufgeben kommt nicht in Betracht. Viele von uns haben sich in den letzten Jahren die Frage gestellt, warum sie soviel Zeit, Geld und Energie für das Thema Upcycling investieren. Es wäre sicherlich einfacher gewesen, ein traditionelles Business aufzuziehen. Und es wäre sicherlich auch finanziell lukrativer.

Ich habe mir gerade im Jahr 2014 diese Frage häufiger gestellt. 2014 war ein schwieriges Jahr mit vielen Rückschlägen, doch Upcycling ist meine Leidenschaft, und ist weit mehr als ein Hobby.
Deshalb geht weiter – getreu dem Motto: 100% Upcycling

Ich wünsche allen Upcyclern ein erfolgreiches und motivierendes Jahr 2015.
Gemeinsam können wir etwas bewegen. Gemeinsam werden wir etwas bewegen.
Frisch ans Werk.

Beste Upcycling Grüße
Christoff Wiethoff

Upcyclingidol Nr. 11: NICOLE KININGER

Nicole Kininger von ‘farbenfroh’

Man sagt doch immer, man solle dem Bauchgefühl folgen und auf das Herz hören. Und genau das hat Designerin Nicole Kininger getan –  ihr Vorsatz: 100% produktiv und 100% Upcycling.

Dabei hat es ihr die Arbeit mit Kindern besonders angetan: „Unbefangen, kritisch und extrem erfinderisch gehen Kinder an das Thema Upcycling heran. Schnell begreifen sie die Notwendigkeit des Handelns und sind bereit und offen für neue Wege“, so die unkonventionelle Designerin aus Rastatt weiter. Engagiert organisiert Nicole Kininger spezielle Upcycling Workshops, an denen Kinder im Alter von 7 bis 15 Jahren teilnehmen können. Dabei trifft sie sich mit den Kids wahlweise in Schulen, in Beratungsstellen für Jugendliche, in der Schülerakademie in Karlsruhe oder sogar Daheim, im Designparadies ‘farbenfroh’.

Jeder Workshop ist für Nicole ein einzigartig toller Event, denn ‘farbenfroh’ ist nicht nur eine Designwerkstatt – ‘farbenfroh’ leistet Aufklärungsarbeit in Punkto Müllproblematik.
Ein absolutes Highlight für alle Kids sind die KINDERGEBURTSTAGE im Hause ‘farbenfroh’: Dabei steht das Motto „upcycling for your live“ im Mittelpunkt, erzählt uns die gelernte Grafikdesignerin, die an ihrer Arbeit vor allem die Kreativität und die Vielfalt liebt.

Auch die Wohnung der Familie Kininger profitiert von Nicoles kreativen Talenten: Lampen in aparten Formen und Materialien, Collagen, aber vor allem mit Müll experimentiert die Designerin. Der Altbau wird durch die geballte Kreativität in ein charmantes Ambiente getaucht, dass den Besucher innerhalb von Sekunden in seinen Bann zieht.
Stets im Wandel der Zeit, versucht Nicole auch für ihre eigenen Kinder ein Vorbild für Einfallsreichtum und Umweltbewusstsein zu sein: „Die beiden Jungs wandeln schon jetzt in den Fußstapfen der Mama, die aus jedem Stück Verpackungsmaterial ein Spielzeug gestaltet, oder eine Dekoration für das Kinderzimmer erstellt. Früher nannte ich meine Arbeit ‘Recycling-Kunst’, denn den Begriff ‘Upcycling’ gab es noch nicht.“, so die nachhaltige Designerin weiter.

Eine Wow-Geschichte einer Frau, die sich nicht in Normen pressen lässt; und die die Welt mit anderen Augen sieht und vielleicht gerade deshalb die Kleinsten unserer Gesellschaft so begeistern kann.

Gefällt Dir Nicole? Dann unterstütze sie bei ihrer Aufklärungsarbeit mit einem Like oder mit einer Nachricht. http://buff.ly/1v9sx6K

Text: Patrizia Grünhagen
Fotos: Nicole Kininger

Nicole Kininger - Upcycling Designer

Upcyclingidol Nr. 10: NADIA BACCHI

Nadia Bacchi – Inhaberin und Gründerin von RECICLA JEANS in Brasilien

„Durch das Wiederverwenden von Jeans-Stoffen versuchen wir der Gesellschaft ein Bewusstsein für umweltverträgliches Handeln zu vermitteln. Jeans ist einerseits das am häufigsten verwendete Textil, andererseits gilt dieser Kleidungsstoff als einer der resistentesten der Welt. Doch dies ist teuer erkauft: Jeans ist auch das Textil, das aufgrund des chemischen Herstellungsprozesses, die Umwelt am meisten belastet. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, Jeans zu recyceln bzw. zu upcyceln!“

Beseelt mit dem tiefen Wunsch, einen gesellschaftlichen Beitrag zu leisten und dem Traum, die Welt nachhaltiger zu gestalten, startete Nadja gemeinsam mit anderen Frau das non-for-profit Projekt “RECICLA JEANS”.
RECICLA JEANS möchte eine Chance für die Benachteiligten, für die Armen in der Gemeinde, bieten. “Wir sind für die Menschen da, die offen sind, und bereit sind, etwas Neues zu lernen”, so  die brasilianische Upcycling Aktivistin. Das benötigte Jeansmaterial kommt von Privatpersonen wie von Firmen: nicht mehr Gebrauchtes, Restbestände, und sogar Überbleibsel aus den Qualitätstests regionalen Textilfabriken.

Nadia selbst ist berührt von dem positiven Feedback, dass sie und ihr Projekt erfährt: „Die Leute sind von den Produkten, die wir designen und von deren Schönheit begeistert.“ Über die Jahre hinweg schloss sie viele Freundschaften zu anderen umweltbewussten Designern. Einer von ihnen ist Alexandre Herchcovitch. “Wir haben 2 Jahre zusammengearbeitet, und setzten ein Recycling-Projekt um. Hierfür haben wir von Privatpersonen Alt-Kleidung gesammelt haben, re-designed und schliesslich der Öffentlichkeit  in der Morumbi-Shopping-Mall (einem Einkaufszentrum in der Nähe unserer Organisation) präsentiert. Die Spender konnten dann ihre alte Kleidung im neuen Look nach dem Upcycling Prozess in der Mall bestaunen. Während der ganzen Aktion haben unsere Näherinnen eng mit Alexandre zusammengearbeitet und haben beeindruckende Kunstwerke gezaubert.”

Nadia‘s Upcycling Botschaft erweckte bereits internationale Aufmerksamkeit. Einige RECICLA JEANS Modelle findet man beispielsweise im Restaurant “Cabana Brazilian Barbecue” in London. Der Restaurantbesitzer hatte bei einem seiner Aufenthalte in Brasilien die Produktkreationen entdeckt und war sofort begeistert. Der erste Auftrag war ein Couchüberwurf – und der neue Couch-look begeisterte auch das Londoner Publikum. Seitdem sind weitere Veränderungen im Lokal durch kreative Upcycling Jeans-Ideen hinzugekommen.

Nadia geht es um die Umwelt wie um die Menschen: “Was wir brauchen, ist ein Weg, um unsere Produkte und Projekte bekannt zu machen.”

Du kannst Nadia dabei unterstützen, internationales Bewusstsein fürs Jeans Upcycling zu erwecken, für die Erhaltung der Umwelt zu sorgen, und sehr wichtig, den Armen zu helfen.

Facebook: http://buff.ly/1xFMgLU
Couch des “Cabana brasilianischen Barbecue”: http://buff.ly/1uzAuBV

Fotos: Nadia Bacchi
Text: Patrizia Grünhagen

nadia Bacchi

Upcyclingidol Nr. 9: WINNIE McHENRY

Die gelernte Innenarchitektin, Winnie McHenry, sieht das Problem der heutigen Wegwerf-Gesellschaft in der Geiz-ist-Geil Mentalität und im Einweg-Konsumverhalten. “Nichts ist für die Ewigkeit gemacht. Müll lande immer irgendwo und verschwinde nicht so einfach.”

Nehmen wir ein Beispiel: Es gibt immer die coolen, neuen Spielsachen und es gibt die ‘anderen’; die ungewollten, alten Spielsachen. Haben wir schon einmal darüber nachgedacht, wo wir die unerwünschten Spielzeuge lassen, wenn wir sie nicht an Freunde oder Familie weitergeben können? Der südafrikanische Frau kam hierzu eine geniale Idee. Nach ihrem Motto ‘Des Einen Leid ist des Anderen Freud’ initiierte Winnie das erste Spielzeug-Krankenhaus in Südafrika. Sie sammelt unerwünschte Spielzeuge, reinigt und repariert sie. Andere Menschen können dann dieses Spielzeug wieder kaufen – für sich selbst, für andere, oder als Spende. Neben der Restaurierung der alten Spielzeuge kreiert die Südafrikanierin auch neue Spielsachen aus „Alt”-Materialien,  wie beispielsweise bohnenbefüllte Hacky Sacks, Holzklotz-ABCs oder Memory Spiele.

“In Südafrika ist Upcycling noch ein sehr neues Konzept,” erklärt uns Winnie. “Wir benutzen eher den Begriff des Recyclings. Im Moment gibt es noch keinen Unterschied zwischen Recycling und Upcycling in unserem Land. Wir sind gerade erst dabei mit dem Recyceln anzufangen. Daher wird es noch ein paar Jahre dauern bis wir Südafrikaner über Alternativen des Recyclings und des Wegwerfens nachdenken.“
Winnie McHenry: „Von der Regierung kommt leider keine richtige Unterstützung für die junge Upcycling Bewegung.” Geld werde für die Bewerbung NEUER Produkte und Dienstleistungen ausgegeben. Das Abfallproblem werde eher ignoriert, als das nach einer geeigneten Lösung gesucht werde. In Sachen Mülltrennung befinde sich Südafrika weit hinter den Ländern der Europäischen Union (EU). Auch sei die Akzeptanz für Upcycling Produkte in den 3. Welt Ländern gering ausgeprägt. Die meisten Südafrikaner sehen die Werbeplakate für neue Produkte, Luxus Güter und Designer Artikel. Und gerade für Südafrikaner, die aus ärmeren Verhältnissen stammen, sind solche Produkte sehr erstrebenswert.  Das Tragen von wiederverwendeter Kleidung werde immer noch mit Armut in Verbindung gebracht.

Und so überrascht es nicht, dass in Südafrika – laut Winnie McHenry – lediglich Grossunternehmen auf den Upcycling Trend setzen, um sich als ‘grün’ und verantwortungsvoll zu präsentieren. “Da werden Mitarbeitern und Kunden Upcycling Produkte geschenkt, doch der einfache Mann auf der Straße kann nichts mit dem Upcycling Begriff anfangen.“, bedauert Winnie.

Doch die Erwachsenen könnten von den Kindern lernen. Diese benutzten ihre Phantasie und Kreativität, um aus vermeintlichen Abfall etwas Neues zu zaubern. Von diesem Optimismus angetrieben, gründete Winnie die Organisation „Upcycle”. Gemeinsam mit ihrem Team initiiert sie Beratungen, Trainings und Aktivitäten für Unternehmen, die strategisch auf Upcycling und Recycling setzen wollen. Dies mache es ihr möglich, die Idee des Upcyclings einem größeren Kreis von Menschen zu vermitteln. Und Winnie McHenry bewegt Menschen, denn man spürt, dass sie ihre Arbeit liebt: “Wenn jemand durch meine Upcycling Arbeit eine neue Sichtweise bezüglich unserer Ressourcen entwickelt, so ist dies mein größter Erfolg. Die Menschen müssen den Grund verstehen, warum Upcycling so elementar wichtig ist.”

Und so liegt es auf der Hand, dass sich Winnie nicht nur für Upcycling Produkte stark macht. “Wir müssen die Herstellung von wirklich guten Produkten mit gesteigerter Qualität vorantreiben, die ein Leben lang halten. Wir müssen Verantwortung für unser Handeln übernehmen. In unserem Interesse wie auch im Interesse unseres Planeten. Denn Upcycling ist nicht nur das, was wir tun, sondern vor allem eine Einstellung zum Leben selbst.”

Gefällt dir Winnie’s Einstellung? Gib ihr Dein Like! http://buff.ly/1xcoBUA

Crafty Corner: http://buff.ly/1xcozMH
Upcycle: http://buff.ly/1xcozMI
Spielzeug-Krankenhaus: http://buff.ly/1xcoBUD

Text: Patrizia Grünhagen
Fotos: Winnie McHenry

winnie mchenry

 

Upcyclingidol Nr. 7: LANNI VON (RE)

„Du musst eine Menge Glauben und Vertrauen in Dich selbst haben, um eine neue Nachricht in ein altes System zu bringen.“

Und genau das ist es, was die junge Designerin Lanni von (RE) aus Los Angeles (LA) mitbringt.
Zu Beginn ihrer Design-Karriere flog sie sogar nach Europa, „weil dort schon Upcycling Marken im Umlauf waren.” Sie hielt Vorträge und veranstaltete Modeschauen über und mit Upcycling Mode von Japan bis zum ländlichen Wisconsin. „Und die Leute hören gerne davon, wie man alte Kleidung wieder in neue Kleidung umwandeln kann. Wir sind EINE globale Gemeinschaft und tief in unserem Innersten, wollen wir alle ein besseres Leben und eine bessere Art und Weise, Dinge zu tun. ”

Als die junge Frau nach LA zog, tat sie dies aus einem bestimmten Grund: Upcycling Mode in die Mainstream Medien und auf dem roten Teppich zu bringen.

„Im Upcycling gibt es zwei Kategorien; Vor-Konsumenten ‘Abfall’ und Nach-Konsumenten ‘Abfall’“, erklärte sie:
„Auf der einen Hand, bestehen Vor-Konsumenten ‘Abfälle’, aus den Stoffen, die bei der Kleidungsproduktion übrig bleiben, beschädigt sind oder aussortiert werden, bevor sie den Markt überhaupt erreichen. Dies ist ein riesiger Vorteil für Upcycling Designer, die hierbei ausgezeichnete Stoffe zu Rabattpreisen erschwingen können. Darüber hinaus ermöglicht dies den Herstellern auch eine neuartige Geldquelle für ihre Reststoff-Abfälle. Dabei sind die eigentlichen Gewinner bei dieser Sache unsere Mülldeponien, denn durch diesen Prozess können 90% der Textilien wiederverwendet werden. Für uns Upcycler ist davon natürlich nichts Abfall, denn das ist unser Material für unsere Kreationen.”, so Lanni weiter
Auf der anderen Hand, verrät uns Lanni, arbeitet sie hauptsächlich mit Nach-Konsumenten ‘Abfall’, der aus Kleidung bestehe, die schon im Umlauf gewesen ist. Sie bezieht ihre Materialien daher aus Secondhandläden oder Antiquitätengeschäften. Für Lanni ist es die beste Inspiration, wenn sie sehen kann, was sie vor sich hat.

Es bestehe oft keine Notwendigkeit, neue Kleidung zu kaufen. Alles, was man besitze, kann wieder neu gestaltet werden. Nötig sei dafür nur die Fähigkeit, alte Kleidung wieder mit anderen Augen wahrzunehmen, so Lanni weiter, und genau das ist ihre Passion. Lanni nennt eine ihrer Aktionen „Eco-closet make overs“ – auf Deutsch gesagt, eine ökologische Schrankumwandlung.
Dabei geht die Designerin aus LA gemeinsam mit ihren Kunden durch die Kleiderschränke und sortiert die Kleidungsstücke in bestimmte Kategorien (muss geflickt werden, für den Schneider, für den Dachboden, zu spenden, zu behalten, und so weiter) – kurz – aussortieren, was man nicht mehr braucht. “Die meisten meiner Kunden sind Frauen im Alter von 39-65 Jahren, die nur ein wenig Hilfe benötigen, da sie sich mit all ihren Klamotten überfordert fühlen.“ Lanni erntet mit ihren “Eco-closet make overs” viel positives Feedback, selbst von berühmten Persönlichkeiten.

Lanni geht es darum, Mode ohne Reue zu schaffen. Ohne, dass man sich schlecht fühle, da man schon wieder zu viel ausgegeben habe oder ohne das peinlichen Gefühl, wenn man bemerkt, dass man doch zu viele Kleidungsstücke im Kleiderschrank hat, die man eh nicht trage…

Liebe Lanni, mit jemanden wie Dich an der Spitze der Upcycling Bewegung, machen wir gern einen Schritt nach vorn!

Gefällt Dir Lanni? Gib ihr Dein Like!
http://buff.ly/1oDJuFE
http://buff.ly/1oDJt4r

Text: Patrizia Grünhagen
Fotos: Lanni von (RE)

Upcycling Mode - die Designerin Lanni von (RE) ist Upcyclingidol Nr. 7

Second Hand & Upcycling Markt in Berlin (6+7.12.2014)

Aufwerten statt wegwerfen – so heisst eine Aktion der europäischen Woche zur Abfallvermeidung

Der beste Abfall ist der, der gar nicht erst entsteht.“ – doch allein in Deutschland entsteht jedes Jahr ein gigantischer Müllberg von 44 Millionen Tonnen. Und er wächst von Jahr zu Jahr weiter an, trotz zahlloser Versuche, den Müll zu vermeiden. Kreative Wege zur Reduzierung des Abfalls liegen im Upcycling.

Der Second Hand & Upcycling Markt steigt am zweiten Adventwochenende in der Galeria Kaufhof am Ostbahnhof. Der Markt ist Teil der diesjährigen Europäischen Woche zur Abfallvermeidung.

Über 80 Aussteller präsentieren beim Second Hand & Upcycling Markt in der Galeria Kaufhof am Ostbahnhof eine wilde Mischung aus Vintage, Kleidung, Wohnaccessoires, Kleinmöbel, Schmuck, Kunst und vielem mehr. Das Besondere daran: Alle Waren wurden auf die eine oder andere Weise schon einmal gebraucht und sind trotzdem wie neu.

Wann: Zweites Adventswochenende
Sonnabend, 6. Dezember 2014, 11 bis 20 Uhr
Sonntag, 7. Dezember 2014, 13 bis 18 Uhr
Wo: Galeria Kaufhof am Ostbahnhof, 4. Etage, Koppenstrasse 8 – 10243 Berlin
Eintritt: 3,50 Euro

Wer kennt es nicht? Sinnlose und überflüssige Geschenke, die man mit einem schiefen Lächeln entgegennimmt, die dann in dunklen Winkeln verstauben, bevor sie ein paar Monaten später im Müll verschwinden. Auch das Weihnachtsfest hat Anteil an den über 500 Kg Müll, die jeder Deutsche pro Jahr hinterlässt. Aber damit ist jetzt Schluss.

Die neue Bewegung heißt „Upcycling“. Dabei werden gebrauchte Gegenstände kreativ aufgewertet und neue Produkte entstehen. Kurz: Aus alt mach neu! Witzige Kleider aus alten Stoffen, modischer Schmuck aus benutzten Steinen und Metallen, neue Möbel aus Dielen- und Fensterholz – auf dem Second Hand & Upcycling Markt werden lauter kreative Geschenke angeboten. Und mehr noch: Wer dabei sein und mehr über die neuesten Trends einer nachhaltigen Lebensweise erfahren will, findet hier alle Infos – von Second Hand über Fair-Trade bis Repair.

Der Aussteller Holz und Kunz ist zum Beispiel mit Holzmöbeln vertreten. Die Arbeiten bestehen fast ausschließlich aus gebrauchten Holz-Gegenständen wie alte Dielen, Dachbalken, kaputten Möbeln etc. Aus diesen Materialien wird wieder ein neuer Tisch, ein neuer Stuhl oder neuer Schrank gefertigt. Ein Möbel eben, das nicht nur einen Zweck erfüllt und ästhetisch gefällt, sondern auch auf dem Prinzip der Kreislaufwirtschaft basiert. Die Philosophie dahinter: Die Herstellung ist ökologisch wie auch ökonomisch sinnvoll. Die Rohstoffe bleiben über die Lebensdauer der Ware hinaus dem Produktionsprozess erhalten. Vorbild ist der Kreislauf der Natur, um möglichst ohne Abfälle (zero waste) und ohne Emissionen (zero emission) auszukommen.

Text: oldthing – Pröhm & Schrottmeyer GbR