Interview mit Gayle C. Baker

Was war Ihre Motivation, auf Nachhaltigkeit zu setzen?

Als ich in die Schmuckindustrie einstieg, durfte ich in einem wirklich schönen Laden arbeiten. Dieser war schick, modern und schön. Dann las ich welche Zerstörung der Bergbau zwecks Gewinnung der Edelmetalle auf die Umwelt, auf die Tierwelt und auf die einheimische Bevölkerung verursacht. Es macht mich betroffen, dass die Schönheit des Schmucks aus der Zerstörung entsteht – hier wollte ich etwas zum Guten verändern.

 

Welche Schwierigkeiten treten aus Ihrer Sicht im öko-sozialen Business auf? 

Am Anfang war es schwierig, Zulieferer zu finden, die verstanden, was ich erreichen wollte. Jetzt leide ich unter Wettbewerbern, die sich grün und eco geben, ohne es zu sein. Deren Eco-Produkte sind häufig weit von der Wahrheit entfernt bzw. halten nur teilweise, was sie versprechen. Solange es keine verbindlichen Eco-Regularien und Kriterien gibt, hat der umweltbewusste Verbraucher keine Anhaltspunkte, wirklich umweltverträglichen Schmuck zu kaufen.

 

Was tun Sie privat, um das Thema Nachhaltigkeit voranzutreiben?

Ich versuche, meinen persönlichen Carbon-Footprint (Kohlenstoff-Fußabdruck) zu reduzieren. Wenn möglich, kaufe ich statt neuer Waren, gebrauchte oder recycelte Produkte – ich denke, alleine das hilft schon. Auch suche ich gezielt nach Produkten, die in Ländern gefertigt wurden, die überprüfbaren, ökologischen Anforderungen genügen. Ich denke, viele kleine Dinge können sich zu einer grossen Wirkung entwickeln – beispielsweise ein kleineres, sparsames Auto zu benutzen oder die Wäsche an der Luft zu trocknen. Auch unterstütze ich andere Unternehmen, die ebenfalls strategisch auf Recycling setzen. Und natürlich recycele ich alles mögliche.