Frei-Cycle: Aussteller Präsentation 9

Alt-Holz ist ein idealer Werkstoff, um daraus wundervolle Upcycling Produkte zu fertigen. Als Beweis stellen wir heute zudem zwei Upcycling Labels vor, die dieses Material entdeckt haben, und heute im Bereich Möbel und Wohnaccessoires unterwegs sind. Beide Unternehmen sind kommenden September in Freiburg auf der Frei-Cycle Designmesse anzutreffen – dies sind:

– HolzGestalten
– Kesselholz Design

HolzGestalten aus dem hessischen Felsberg setzt auf Jahrhunderte alte Eichenbalken als Basis für den kreativen Prozess. Daraus entstehen Möbel, Objekte, Accessoires.
Risse, Äste und schwarze Verfärbungen im Holz, durch die Jahrhunderte entstanden, verleihen dem fertigen Objekt Charakter und einen besonderen Ausdruck. So werden z.B. Zapfenlöchern und Bohrungen, die zuvor ehemals ein Fachwerkhaus stützten, nun zu kleinen Fenstern auf der Fläche.
Urwüchsige Eichenbalken, die einen anderen Gebrauchswert hatten und wiederverwertet werden, und moderne Materialien wie Stahl oder Glas vereinigen sich so in den Werken der Upcycling Designerin Michaela Lehner zu einer klaren, reduzierten Formensprache.

SONY DSCHolzgestalten2

Kesselholz Design steht für Upcycling aus Deutschland. Ausgediente Materialien werden in der Stuttgarter/Leipziger Kreativ- und Denkschmiede zu kleinen Schätzen mit Charme und Charakter aufgewertet. In der Industrie, auf Baustellen und in der Logistik fallen täglich mehrere Tonnen Alt-Holz an. Vieles von diesem schönen Holz wird nach kurzer Nutzungsdauer entsorgt. In diesen Zyklus greift das Team um Lennart Stoll und Matthias Geertsema ein und werten das Altholz zu neuen Produkten auf. Nicht nur Holz liegt der Upcyclingschmiede,  auch Elektronik und Schrott lassen sich ideal veredeln.

Kesselholz Design Produkte sind in Deutschland entwickelt und von Hand gefertigt. Jedes Unikat trägt durch Wiederverwertung von Ressourcen seinen Teil zum Erhalt der Umwelt bei.

446a730237_197__Produktcollage_Kopie_KopieKesselDeskSONY DSC

Premium Upcycling erreicht Indonesien

Indonesien – die Meisten von uns kennen Bali, die Urlaubsinsel in Südasien mit hinduistischem Flair. Aber das in Indonesien nahezu 250 Millionen Menschen leben, der Islam dominiert, und das Land aus über 10.000  Inseln besteht, wissen die Wenigsten. Indonesien rangiert im internationalen BiP (GDP) Vergleich auf Rang 16.

Dennoch gilt Indonesien als Schwellenland – in den ländlichen Gebieten kann man Indonesien durchaus als Entwicklungsland einstufen.

Menschen in Entwicklungsländern betreiben aktiv Upcycling – wertlos gewordene Produkte werden im Rahmen von DIY wiederbelebt. Interesse an hochwertigen Upcycling Produkten ist in Indonesien nicht vorhanden – auch meine Studenten (in Bangladesh wie in Indonesien) schauen immer überrascht, wenn ich meine Begeisterung für Upcycling und Recycling teile.
Umso mehr war ich überrascht, als ich in der Shopping Mall “Nagoya Hill” (Batam, Indonesien) auf Blessindo Furniture stieß. Im Rahmen einer Ausstellung präsentierten Novfri und Priscilla ihre wunderbaren  “Boatwood Furniture”. Bänke, Stühle, Tische und Kommoden – diese großartigen Möbelstücke werden in Java aus unbrauchbar gewordenen Fischerbooten erstellt.

Hier geht es direkt zur Website – unbedingt die tollen Fotos anschauen!

Boatwood furniture 1IMG_0854 (After)

Recycling Möbel mit Geschichten

Tom Thiels Arbeit kommt aus der bildenden Kunst und befasst sich mit gebrauchten Materialien, die mit Gebrauchsspuren und Patina „aufgeladen“ sind. Den Wert dieser Spuren der Geschichte erweitert Thiel, indem er das Material in einen neuen Zusammenhang überführt, in dem wieder eine Nutzung möglich ist. Die Aufladung mit Geschichten und Zeit fährt fort.
Damit dieser Prozess funktioniert, dürfen die “fertigen” Arbeiten nicht die perfekte Funktionalität haben, die die meisten Designer anstreben. Das „gelebte Holz“ wird mit möglichst einfachen handwerklichen Mitteln bearbeitet. Dabei geht es einerseits um eine gute Funktion, andererseits aber um den Erhalt der Patina, deren Unregelmässigkeiten es sind, die die Vergangenheit zu Tage treten lassen. Kleine Umständlichkeiten in der Funktion lenken die Aufmerksamkeit der Benutzer auf die Eigenarten des Objekts.

Ausgangsmaterial sind Hölzer, die schon vorher in einem Gebrauchszusammenhang gestanden haben und die sich meist auf der Straße oder beim Abriss von Gebäuden finden. Manche Auftraggeber stellen auch Hölzer zur Verfügung, die aus deren persönlichem Bereich stammen, also eine „private Signatur“ tragen. Die entstehenden Gegenstände müssen so attraktiv werden, dass sie auch mit Lust benutzt werden können. Deshalb beseitigt Tom Thiel vorsichtig einen Teil der “störenden” Patina, wie etwa Verschmutzungen, hervorstehende Nägel, Splitter usw., lässt aber möglichst viel von der gealterten Oberfläche bestehen. Hinzugefügt werden Leim und eigene Bearbeitungsspuren. Oberflächen werden nicht behandelt, so dass Gebrauchsspuren vom Material angenommen werden und bald eine eigene Patina bilden.

Alle Arbeiten bestehen zu 100% aus Recyclingholz.

Im Bild: Schrank „A“, Hamburg 2008 aus 11 verschiedenen gebrauchten Holzarten tropischer und heimischer Herkunft. Teile der Hölzer wurden auch für das „Hong-Kong-Piece“ verwendet. Sehr schwere Ausführung mit 4 bis 5 cm Wandstärke, 2 verschiedene Metallarten. Verschluss mit Hebeschieberiegel.

Fotonachweis: www.gelebtesholz.de