Gemeinsam für 100% Upcycling

Susanne Bujakowsky betreibt das Label “Creadigol” und fertigt Produkte aus unterschiedlichen Kategorien und Materialien, wie Kunststoff, Papier und Alttextilien. Alle Produkte stellt die Upcycling Designerin allein selbst her.
Dazu Susanne Bujakowsky: “Mein Ziel ist, Materialien, die normal als Müll anfallen, einem neuen Leben zuzuführen. Ich versuche aus dem alltäglich anfallenden Müll ansprechende Produkte zu entwickeln. So bekommt der Abfall eine zweite Chance.
Ich habe mich schon immer mit Ökologie und Wiederverwertung auseinander gesetzt. Es macht mich immer wieder fassungslos, was Alles weggeworfen wird. Mich stört die grundsätzliche Haltung, dass nur etwas Neues etwas Gutes ist. 
Mir ist wichtig, den Blick für das Material zu öffnen und eine neue Wertigkeit darin zu finden.

Nach meiner Erfahrung finden viele Menschen die IDEE der Wiederverwertung gut, sind aber skeptisch, wenn ihnen klar wird, dass es einmal Müll war. Es ist wichtig, sehr viel Aufklärung zu leisten, denn es gibt zu viele Unterschiede zum “normalen” Design, die man dem Endprodukt nicht immer ansieht.
Ausserdem fehlt mir eine professionelle Plattform, die ALLE Recycler, Upcycler und Redesigner repräsentiert. Die könnte die Aufklärung betreiben, die Designer dürften sich auf das Gestalten konzentrieren. Mein grosser Wunsch ist ein Recycling-Kaufhaus…real oder erst einmal im Netz. Hier wäre ein schöner Schnittpunkt, um sich als Produzierender zu vernetzen und sich gemeinsam einen Kundenstamm zu erarbeiten.”

Und dies ist auch der Ansatz von nobrands GmbH – wir bieten diese professionelle Plattform, die ALLE Recycler, Upcycler und Redesigner repräsentiert – lassen Sie uns gemeinsam Geschichten schreiben!!!

 
web:     www.upcyclingbook.de 
             (Upcycling-Designer aus aller Welt)
blog:     www.upcyclingblog.de 
             (Upcycling-Informationen aus aller Welt)
shop:    www.upcyclingshop.de 
             (Upcycling-Produkte aus aller Welt  – Start: 1.9.2014)
 
social: www.facebook.com/groups/Upcyclingshop/

 

Upcycling Design aus Müll

ZDF

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/2062260/Upcycling-Design-aus-Muell#/beitrag/video/2062260/Upcycling-Design-aus-Muell

Ein schöner Beitrag vom ZDF über ein Hamburger Upcycling Label … abzurufen über die ZDF Mediathek.

Gesichter der Nachhaltigkeit – Martin Lutze

Martin LutzeNachstehender Text stammt von der Internetseite:
http://www.gesichter-der-nachhaltigkeit.de/gesichter/martin-lutze

und präsentiert einen der aktivsten Upcycling Künstler in Deutschland: Martin Lutze:

“Martin Lutze, Jahrgang 1943, wurde als neuntes Kind einer Solinger Pfarrersfamilie geboren. Nach dem Abitur studierte er zunächst Theologie und Geschichte in Bonn.  Aufgrund seiner ausgeprägten pädagogischen Begabung, aber auch unter dem Einfluss der Ideale  der 68er Jahre entschied er sich später für den Beruf des Hauptschullehrers, in dem er über 30 Jahre lang engagiert tätig war.
Neben dem Beruf spielte seine sechsköpfige Familie, sein ausgeprägtes Hobby als Keyboarder und Komponist  sowie die Arbeit an seinem vorwiegend selbstgebauten Haus eine wichtige Rolle. Im Zuge der Wohnungseinrichtung begann er mit dem Bau der einen oder anderen Leuchte, weil er Gefallen an Dingen hat, die nicht von der Stange kommen, sondern individuell und einmalig sind. Heute baut er Upcycling-Leuchten, macht Radtouren, beschäftigt sich mit seinen Kindern und Enkelkindern und repariert immer wieder Alltagsgegenstände.
Weitere Informationen: www.leuchtenlutze.de

Upcycling – Wie alles begann

Es war in den Tagen vor Weihnachten 2009 und ich suchte nach Geschenken für meine Kinder. Zufällig hatte mir einer meiner Söhne im Sommer eine Boje vom Ammersee mitgebracht und gemeint: “Mach doch da mal ‘ne Lampe draus!“


Irgendwo lag noch ein Birkenholzrest herum und dann wurschtelte ich drauflos. Die ersten vier “Prototypen” wurden geboren.  Weihnachten war ein hübscher Erfolg und die Gesichter meiner Lieben strahlten ebenso wie meine Lichtüberraschungen.

Ich erkannte zunehmend, wie spannend es ist aus allen möglichen und unmöglichen Dingen etwas Neues zu erschaffen und so beschäftige ich mich bis heute mit dem Bau ausgefallener Lichtobjekte aus Abfall. Jedes Mal packt mich wieder die Neugier, wie das neue Projekt am Schluss wohl aussehen wird. Es ist oft ein kleines Abenteuer, wenn aus allen möglichen und unmöglichen Restmaterialien, Fundstücken, ausgemusterten Gegenständen und Gerätschaften einmalige Leuchten entstehen, von denen jede einzelne ihren ganz individuellen “Upcycling” Charakter ausstrahlt. Immer wieder bin ich mit Lichtblick auf Wertstoffhöfen, auf dem Schrottplatz, auf Flohmärkten oder Werkstätten unterwegs, erwecke manch scheinbar nutzlosen Gegenstand aus seinem Dornröschenschlaf und hauche  ihm neues Leben ein.

Meine Beschäftigung entstand aus der Freude an der Herstellung von nützlichen Dingen, die ich nicht neu kaufen muss und deren Bau meiner künstlerischen Ader Raum lassen. Den Begriff Upcycling lernte ich erst später kennen. Eigentlich setzten wir den Gedanken schon als Kinder in die Tat um, als aus Pappresten Bilderbücher und aus Nachkriegstrümmern Baumbuden oder Fahrzeuge für Seifenkistenrennen entstanden. In der Dritten Welt machen es Kinder bis heute so. Aus Mangel erwächst Kreativität. In den reichen Industrieländern  laufen wir dagegen Gefahr, dass aus dem Überfluss an Konsumangeboten Langeweile und Passivität entsteht. Auch aus diesem Grund hat die phantasievolle und zugleich sinnvolle Wiederverwertung  bzw. Aufwertung  von scheinbar nicht mehr nützlichen Materialien eine wichtige zukunftsprägende Bedeutung für uns alle.

Zum Thema Upcycling schreibt Christoff Wiethoff, Gründer und Geschäftsführer der nobrands GmbH, Berlin:

“Upcycling beschreibt einen Prozess, bei dem aus Müll und scheinbar wertlosen Abfallmaterialien mittels kreativem Prozess höherwertige Produkte entstehen. Damit steht Upcycling für Müllvermeidung, da Abfallmaterialien für die Schaffung neuer Produkte verwendet werden. Stoffreste, Altglas, Autoreifen, Altholz oder Blechdosenverschlüsse – alles wird verwendet. Upcycling transportiert somit eine klare Botschaft gegen die Wegwerfgesellschaft.
Auch wenn man es manchen Upcycling Produkten nicht ansieht, beim Upcycling geht es primär nicht darum, ein Kunstwerk zu schaffen, sondern um ästhetische Gebrauchsgegenstände.
Aus diesem Grunde sind Upcycling-Produkte hochwertig verarbeitet, denn es geht um Ästhetik und um Qualität. Zudem reflektieren Upcycling Produkte zwei wichtige Trends unserer Zeit: Umweltverantwortung und Individualität. Dadurch, dass Upcycling aus Altprodukten entsteht, sind alle Stücke Unikate. Somit sind sie einzigartig und unterstreichen die Individualität der Trägerin bzw. des Trägers.  Upcycling ist somit das Markenzeichen des 21. Jahrhunderts.”

Das Märchen vom Rotkäppchen und dem Froschkönig

Es war einmal eine Klemmlampe mit rotem Käppchen. Auf dem Weg zur Wertstoffbörse wurde sie vom bösen Wolf angelabert. Ein alter Funzelbauer, der gerade des Weges kam, ging mutig dazwischen, rettete sie und nahm sie zu sich in sein Heim. Eines schönen Tages saß Rotkäppchen am Gartenbrunnen, als ein liebeshungriger Frosch auftauchte und mit ihr anbandelte. Nach einem übereilten Kuss verwandelte er sich zwar in einen Markisenhalter von königlichem Geschlecht, jedoch blieben ihm zwei Froschfüße, die aus einem profanen nordischen Möbelhaus stammten. Rotkäppchen fand sich nach einigem Getue damit ab und schlussendlich feierten die beiden eine glänzende Hochzeit auf Schloss Upcycling. In einer wunderschönen Sanitärrosette überreichte ihnen die gute Fee einen Schatz aus dem Inneren ihrer Festplatte. Davon können nun die beiden bis ans Ende ihrer Tage in Saus und Braus leben. Und wenn sie nicht gestorben sind, werden sie bestimmt irgendwann mal wieder up-gecycelt.

Quelle: www.leuchtenlutze.de

Stand: Mai 2014″

Wir wünschen Martin Lutze und allen anderen Upcycling Künstlern weiterhin viel Erfolg und Freude beim Schaffen einzigartiger und exklusiver Produkte.

 

Warum wir Upcycling brauchen

Warum wir Upcycling brauchen

Auszug aus dem lesenswerten Artikel “Heilmittel in entfremdeten Zeiten. Wie Handwerk und Upcycling unser Leben verändern.” von Dr. Alexandra Hildebrandt – erschienen auf THE HUFFINGTON POST, am 16. April 2014.

…”Das betrifft auch die Auseinandersetzung mit dem Thema Recycling (Rückführung), bei dem ein Stoff ohne neuen Rohstoffeinsatz und ohne einen hohen Energieeinsatz wieder genau zu dem Stoff wird, der er früher war. Dass dies keine nachhaltige Lösung ist, ist in Wirtschaft und Wissenschaft hinlänglich bekannt. Beim Recycling dominieren Downcycling-Prozesse – echtes Upcycling findet also kaum statt. In diesem Kreislauf dient der „Abfall” des einen Produkts als Rohstoff für das nächste völlig neue und höherwertigere Produkt. Der Begriff „Upcycling” wurde angeblich 1994 vom Ingenieur Reiner Pilz verwendet, der gesagt haben soll: „Recycling? Ich nenne es Down-cycling. Sie schlagen Steine kaputt, sie schlagen alles kaputt. Was wir brauchen, ist Up-cycling, bei dem alte Produkte einen höheren Wert erhalten, keinen geringeren.” (Wikipedia)

Nachhaltig in Mode

Inzwischen gibt es vollständig kompostierbare T-Shirts oder Teppiche, die am Ende seiner Einsatzzeit vom Hersteller zurückgenommen und neu verarbeitet werden, Outdoorjacken von Ecoalf, eine Brosche von OLDgOLD, Taschen von Freitag, eine Karaffe von Tord Boontje, ein Hocker von Khmissa. Vor allem Designer sind herausgefordert, auch ansprechend aussehende Produkte zu entwerfen, denn Wiederverwertung und ökologische Korrektheit reichen heute nicht mehr aus. Zudem braucht es einen entsprechenden Rahmen für die Präsentation wie die folgenden Beispiele zeigen. Anfang 2014 präsentierte hessnatur, der weltweit größte Anbieter für natürliche Mode und Vorreiter für ökologische und soziale Standards in der Textilproduktion, seine erste „Serial Upcycling Collection”.

Für die öffentliche Premiere ausgezeichneter Entwürfe des Masterstudienganges „Sustainability in Fashion” an der Berliner Kunsthochschule ESMOD wählte das Unternehmen die Salonshow im Greenshowroom während der Berlin Fashion Week aus. Außerdem prämierte die fünfköpfige Fachjury drei Abschlussarbeiten. Anita Heiberg, Sanne Lundblad und Ralf Schuchmann, Absolventen des abgelaufenen Jahrganges „Sustainability in Fashion”, überzeugten am meisten mit ihren Kreationen, die aus bestehenden Kleidungsstücken vergangener Kollektionen designt wurden. Die Entwürfe setzen modische Akzente, sind tragbar und sind mit Blick auf eine mögliche Serienproduktion konzipiert.

Den ersten Preis gewann die gebürtige Kanadierin Anita Heiberg mit einem gepatchten Trenchcoat. Damit hat sie nicht nur den Anspruch ihres Studienganges umgesetzt, sondern auch die Jury beeindruckt: „Mit viel Liebe zum Detail und einer raffinierten Schnittführung ist Anita Heiberg eine neue und sehr moderne Version des klassischen Trenchcoats gelungen”, sagt Jurymitglied Denise Rupp. Neben der Chefdesignerin von hessnatur waren in der fünfköpfigen Jury mit Rolf Heimann von hessnatur, Silvia Kadolsky und Prof. Friederike von Wedel-Parlow von der ESMOD sowie Kirsten Reinold von der Zeitschrift TextilWirtschaft vertreten. Seit Januar 2014 werden die Produkte in limitierter Edition im Online Shop des Unternehmens verkauft. Die Nachwuchsdesigner sind am Verkaufserlös ihrer Kreationen beteiligt. Mit solchen Projekten und Initiativen möchte die Modeschule und das Unternehmen Nachwuchsdesigner sensibilisieren, ihren Blick für die Bedingungen verantwortlicher Modeentwicklung zu schärfen: „Welche Stoffe dürfen eingesetzt werden, nach welchen Richtlinien darf gefärbt und ausgerüstet werden? Unter welchen Arbeitsbedingungen wird genäht, wie kann die Kollektion nachhaltig produziert werden?”

Das Sortiment von hessnatur bietet aber auch nachhaltig produzierte Schutzhüllen aus 100 Prozent reinem Wollfilz für Smartphones und Tablet-Computer an. Er ist aus kontrolliert biologischer Tierhaltung (kbT) und entsteht aus Wollresten, die bei der Produktion von Pullovern und Kleidern anfallen. Für deren Weiterverwendung kooperiert das Unternehmen mit der Textil-Designerin Kerstin Jost-Eisenberg aus Kassel, die ein Verfahren entwickelt hat, aus wertvollen Konfektionsabfällen hochwertigen Wollfilz herzustellen. Mit ressourcenschonenden Produktionsverfahren, Faserkreisläufen und einem „zweiten” Leben für hochwertige Materialien beschäftigt sie sich seit Jahren. Die Produktion des Filzes ist auf ein Minimum an Prozessen und Logistik abgestimmt. Smartphone- und Tablet-Hüllen werden in Deutschland dort produziert, wo auch die Reste entstehen. Auf Chemie wird genauso verzichtet wie auf zusätzliche Färbungen. Zudem gibt es eine Flechttasche, kombiniert aus dem recycelten Filz und Leder. Dabei wird auf chromgegerbtes Leder verzichtet, da Chromsalze umweltbelastend und gesundheitlich bedenklich sind. Stattdessen wird das Leder für die Tasche mit einer Rhabarbermixtur gegerbt.

Im Bereich Produkt und Sortiment ist das Thema Upcycling auch für die memo AG von Bedeutung. So bietet der Versandhandel mit über 10.000 Produkten für Büro, Schule, Haushalt und Freizeit, die gezielt nach ökologischen und sozialen Kriterien ausgewählt sind, beispielsweise Schreibtisch-Ablageboxen an, die aus recycelten Getränkeflaschen hergestellt sind oder Produkte der Firma DRP-Direkt Recycelte Produkte. Hier werden aus alten Landkarten Briefumschläge und Versandtaschen gefertigt. Zudem führt das Unternehmen nicht nur Textilien der Marke memo, sondern auch von true balance oder Vaude. „Dass derartige Produkte nicht nur sauber sind (GOTS- und Fairtrade-zertifiziert), sondern auch fair im Preis (ein memo Bio-Baumwoll-T-Shirt kostet zwischen 10.- und 15.- €) macht dem Vorurteil den Garaus, dass diese Textilien nur etwas für Besser- oder Gutverdienende seien”, so Claudia Silber, Leiterin Unternehmenskommunikation bei der memo AG.

Bei der nicht kommerziellen Initiative “Sustainable Business Angels” ist das Unternehmen Projektpartner. Sie unterstützt junge UnternehmerInnen während der ersten Jahre ihres Bestehens in Nachhaltigkeitsfragen. Dazu zählen die Überprüfung des Business Plans auf ökonomische, ökologische und soziale Nachhaltigkeit und die Nutzung bestehender Management-Netzwerke. Die SBAs verfolgen bei ihrer Arbeit keine finanziellen Interessen. Peter Kowalsky (Gründer Bionade) und Jürgen Schmidt (Gründungsmitglied der memo AG) beraten und fördern als Business Angels auch Carina Bischof, Jonathan Leupert, Luise Barsch, und Arianna Nicoletti, die im Mai 2010 „aluc – UPCYCLING FASHION AUS BERLIN”, eine Marke der Bischof und Leupert GbR, gegründet haben. Sie haben es sich zur Aufgabe gemacht, aus Reststoffen, die ansonsten als Industrieabfälle entsorgt würden, hochwertige Mode herzustellen. Auslöser der Gründungsidee war die Frage: „Ist es wirklich sinnvoll, neue Stoffe herzustellen, solange riesige Mengen an Abfall aus der Textilindustrie jeden Tag auf der Müllkippe landen oder verbrannt werden? Für uns stellen bereits kleinste Stoffmengen eine Möglichkeit dar, Originelles und Einzigartiges zu kreieren. Eine faire Produktion bildet das Fundament unseres Konzeptes.” Verwendet werden vorrangig sogenannte „pre-consumer waste”, also Stoffreste und Verschnitt, der vor der Produktion entsteht. Daraus werden Hemden, Blusen und Oberteile gefertigt. Die Stoffreste, die während der Produktion anfallen, werden zusammen mit Second-Hand-Bekleidung zu Accessoires verarbeitet.

Seit 2010 arbeitet Aluc mit den Harz-Weser-Werkstätten in Osterode (Harz) zusammen. In dieser Behindertenwerkstatt wird ein Großteil der Hemden und Blusen genäht. Damit wird eine soziale Einrichtung in der Region unterstützt, die behinderten Menschen eine Chance auf Arbeit gibt und deren Selbstwertgefühl stärkt. Im Upcycling Fashion Store gibt es den monatlichen „Strich- und Faden Modestammtisch”, der Designer und junge Start-Up- Unternehmen verbindet und motiviert, nachhaltiger zu produzieren. Zudem unterstützt das Unternehmen bei der Organisation des „Fashion Revolution Day “: Hier stellen Designer, Einzelhändler, Produkthersteller und Interessierte nachhaltige Produktionsverfahren vor und sprechen mit Interessierten über die Bedeutung der Frage, woher die Kleidung kommt.

Hemden, Blusen und Blusenkleider von Aluc werden mit einem abnehmbaren Kragen gefertigt. Dieser kann einerseits als Designelement angesehen werden, andererseits hat er auch einen funktionalen Zweck. Ist der Kragen ausgetragen, wird er ausgetauscht, und es muss nicht gleich das ganze Hemd entsorgt werden Die meisten der Kreationen, die im eigenen Upcycling Fashion Store vertrieben werden, sind Einzelstücke oder Kleinserien. „Wir folgen dem Slow Fashion Prinzip, d.h. dass die Serien limitiert sind und meist länger als eine Saison getragen werden können”, so die Gründer in einer Pressemitteilung.

Auch den Fußball hat Upcycling inzwischen erreicht: Als erster Fußballverein in Deutschland ist der VfL Wolfsburg eine Designkooperation eingegangen, in deren Vordergrund das Thema Nachhaltigkeit stehen soll. Unter dem Titel „Wolf’s Up” hat der Bundesligist eine aus Trikots und Restbeständen recycelte Mode-Kollektion für Fans entworfen. Gemeinsam mit der Berliner Designerin Susanne Wagner (Label „Frau Wagner”) entstand eine Merchandising-Kollektion, mit der der VfL Wolfsburg seine Fans im Rahmen der Initiative „Gemeinsam bewegen” noch stärker für nachhaltige Themen sensibilisieren möchte. „Es ist eine Aktion mit Symbolcharakter, mit der der VfL Wolfsburg zum Nachdenken anregen möchte. In diesem speziellen Fall haben wir Nachhaltigkeit auf kreative Weise anfassbar und erlebbar gemacht”, sagte VfL-Geschäftsführer Thomas Röttgermann. Einige der Unikate wie Mützen oder Schals hat die Modedesignerin ausschließlich aus alten Trikots zusammengesetzt, andere mit einem zusätzlichen Stoffeinsatz in Form von Öko-Baumwolle versehen – wie das Shirt für Männer und Frauen. Spielerinnen des Frauen-Triple-Siegers des VfL Wolfsburg sowie Bundesligaprofi Naldo sind Testimonials. Der VfL präsentierte die Kollektion erstmals im Rahmen des Champions League-Heimspiels der VfL-Frauen gegen den FC Barcelona am 23. März 2014.

Wie wahres Upcycling zur Vervollkommnung unseres Lebensstils beiträgt

Die Wiederverwertung hat allerdings auch Grenzen, die dann erreicht sind, wenn das Material durch seinen nicht mehr bestimmungsgemäßen Gebrauch zum Gesundheitsrisiko wird. So können LKW-Planen aus PVC auch dann noch „Weichmacher” abgeben, wenn die Taschen bereits verarbeitet sind. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) rät zur Vorsicht, wenn für den Außenbereich produzierte Materialien in größeren Mengen in Innenräumen verwendet werden, weil sich daraus Schadstoffe lösen könnten.

Michael Braungart, Professor für Chemische Verfahrenstechnik und Geschäftsführer der Umweltschutzagentur EPEA, ist mit der undifferenzierten Verwendung des Begriffes Upcycling nicht einverstanden: “Die Landschaft zur Deponie zu machen, indem ich Müll irgendwo anders hindrapiere, hat mit Upcycling nichts zu tun. Wenn ich das Falsche perfekt mache, wird es nur perfekt falsch.” (Berliner Zeitung, 29.12.2010) Upcycling bedeutet für ihn, dass das Produkt von Anfang an so gestaltet wird, dass es später in einer höheren Qualität wieder eingesetzt werden kann. Es geht in seinem Ansatz vielmehr darum, den Verschleiß wie bei Schuhsohlen, Bremsbelägen, Autoreifen oder Waschmittel so zu gestalten, dass er für die Biosphäre „nützlich” ist: „Nehmen Sie beispielsweise einen Kassenbon oder ein Parkticket – Produkte, die Sie täglich anfassen. Nur: Sie sind nicht für den Hautkontakt gemacht. Nicht einmal der Euro ist für den Hautkontakt wirklich geeignet, er gibt 200 Mal mehr Nickel ab als es legal in jedem anderen Produkt möglich wäre. Das gleiche gilt sogar für Toilettenpapier.” (LahnDill Wirtschaft 02/2014) Die nächste Nutzung muss immer eine höherwertigere sein als die vorhergegangene. Das ist für ihn wahres Upcycling, das zur Vervollkommnung unseres Lebensstils beiträgt. Dabei soll die Intelligenz, die in einem Produkt steckt, in der nächsten Verwertungsstufe mindestens erhalten bleiben oder sich erhöhen.

Dazu ein Beispiel (ebd.): „Nehmen Sie eine Wasserflasche aus Kunststoff, also aus PET. Der Kunststoff enthält das Schwermetall Antimon, das als stark krebserregend gilt. Die Coca-Cola in diesen Flaschen enthält deutlich mehr Antimon als unser Trinkwasser. Beim Recycling aber lässt sich das Antimon auswaschen. Die nächste Generation der PET-Flaschen ist höherwertiger. Ich nenne das “Upcycling”. Das Produkt gewinnt an Wert.” Wenn aus einer PET-Flasche eine Fleece-Jacke gemacht wird, ist das für ihn kein Upcycling: „Aus der Materialperspektive verlässt dieser Kunststoff den Nahrungsmittelbereich. Plastik, das vielleicht Antimon enthält, kommt nun mit menschlicher Haut in Kontakt, Farbstoffe, Fixier- und Spülmittel kommen hinzu.” Erhält die Fleece-Jacke zudem einen Reißverschluss aus Nylon und Druckknöpfe aus Metall, kann das Material kaum noch recycelt werden, denn es ist mit diesen oder anderen Dingen „kontaminiert”. Vielmehr könnte der saubere Fleece mit Polyester-Knöpfen ausgestattet und mit Polyester-Fäden bestickt und zusammengenäht werden, „was dann ein Recyceln als Monomaterial möglich machen könnte.” Er ist davon überzeugt, dass sich Upcycling rechnet – allein schon, weil auf das das teure Abfallmanagement verzichtet werden kann.

Sein aktuelles Buch „Intelligente Verschwendung. The Upcycle: Auf dem Weg in eine neue Überflussgesellschaft” (mit William McDonough, 2013) entwirft das Big Picture, auch wenn wir im Kleinen handeln müssen. Viele Ansätze sind noch nicht perfekt, und der Begriff Upcycling verliert zuweilen an Kontur – doch was bleibt und alle verbindet, ist der Wunsch, etwas zu hinterlassen, das besser ist als das, was vorgefunden wurde. Wer repariert oder upcycelt, bewahrt Erinnerungen, baut sie um, schafft Sinn und trägt mit seiner handwerklichen Intelligenz zu einer begreifbaren Welt bei.”

Quelle: http://www.huffingtonpost.de/alexandra-hildebrandt/heilmittel-in-entfremdete_b_5144833.html

 

Geldbörsen aus gebrauchten und ausrangierten Neoprenanzügen


geldkluftGeldkluft aus Zeititz ist ein Hersteller von Geldbörsen aus gebrauchten und ausrangierten Neoprenanzügen.

Die Neoprenanzüge werden nach starkem Verschleiss einfach nur entsorgt. Selbst kaputte oder gerissene Neoprenanzüge können nur in Einzelfällen repariert werden. Ein Recycling für Neopren ist zu teuer und ein ökologischer Abbau des Neoprenstoffes in der Natur ist unmöglich. Der Stoff Neopren selbst, bleibt somit länger im Umlauf, nur die Funktion hat sich geändert. So entsteht aus Abfall, ein hochwertiges Produkt.

Die Grundmotivation ist einfach : Umwelt und Ressourcen zu schützen. Dazu Reik Moritz von Geldkluft: “Unsere Motivation beruht auf zwei Punkten. Zum ersten ist der Stoff Neopren ökologisch nicht abbaubar und ein Recycling des Stoffes ist zu teuer. Zum zweiten finden wir es faszinierend, wie aus scheinbar wertlosem Abfall neue und hochwertige Produkte entstehen können. Wir sind einfach der Meinung das jeder seinen kleinen Beitrag dazu leisten sollte, Ressourcen zu schützen und die Umweltbelastung in irgend einer Art und Weise zu senken. Manchmal sind es so kleine Ideen wie unsere.”

Wie nobrands ist es auch Geldkuft wichtig, Upcycling immer und immer wieder zum Thema zu machen! Das sich der Gedanke des Upcyclings, Recyclings und der Nachhaltigkeit noch mehr verbreitet und sich in den Köpfen der Leute verankert. Aus diesem Grund arbeitet Geldkluft auch aktiv mit verschiedenen Surfermaganzinen und allgm. Wassersportmaganzinen (Wakeboard,Outdoor,Taucher) zusammen. Geben dort Interviews über das Thema Nachhaltigkeit/Upcycling, um die Leute/Leser für das Thema Nachhaltigkeit zu sensibilisieren und aufmerksam zu machen.

Mehr Informationen zu Geldkluft:
http://www.nobrands.de/products/details/nb/geldkluft/?no_cache=1

Was ist eigentlich Upcycling?

Upcycling beschreibt einen Prozess, bei dem aus Müll und scheinbar wertlosen Abfallmaterialien mittels kreativem Prozess höherwertige Produkte entstehen. Damit steht Upcycling für Müllvermeidung, da Abfallmaterialien für die Schaffung neuer Produkte verwendet werden. Stoffreste, Altglas, Autoreifen, Altholz oder Blechdosenverschlusse – alles wird verwendet. Upcycling transportiert somit eine klare Botschaft gegen die Wegwerfgesellschaft. Auch wenn man es manchen Upcycling Produkte nicht ansieht, beim Upcycling geht es primär nicht darum, ein Kunstwerk zu schaffen, sondern um ästhetische Gebrauchsgegenstände.
Aus diesem Grunde sind Upcycling-Produkte hochwertig verarbeitet, denn es geht um Ästhetik und um Qualität. Zudem reflektieren Upcycling Produkte zwei wichtige Trends unserer Zeit: Umweltverantwortung und Individualität. Dadurch, dass Upcycling aus Altprodukten entsteht, sind alle Stücke Unikate. Somit sind sie einzigartig und unterstreichen die Individualität der Trägerin bzw. des Trägers. Upcycling ist somit das Markenzeichen des 21. Jahrhunderts, so nobrands Geschäftsführer Christoff Wiethoff.

Auf www.premiumupcycling.de – der grössten deutschsprachigen Suchmaschine für Upcycling finden sich viele hundert Designer von premium Upcycling Produkten aus aller Welt.

Der Begriff des „Upcycling“ kam jedoch schon 1994 auf, in einem Interview von Thornton Kay mit Reiner Pilz. Aus der Industrie ist bereits der Ausdruck des Recycling bekannt, bei dem aus vorhandenen Rohstoffen Neues, jedoch meist von minderer Qualität, entsteht.

Upcycling DIY Geschenkebox

Die Herausgeber des tollen Ratgebers „Nachhaltig schenken“ haben in den vergangenen Monaten etwas Neues in Sachen Upcycling erdacht: Die Upcycling DIY Geschenkebox.

Aktuell stehen 24 Anleitungen zum kostenlosen Download bereit, unter
http://www.erlebnisgeschenke.de/ideenbox/

Konkret sind dies:
– Aus Müsliverpackung wird Notizheft
– Blumenstrauß aus altem Papier
– Wandschmuck aus Klopapierrollen
– Tasche aus alten Zeitschriften
– Teelichthalter aus Plastikflasche
– Tasche aus Plastiktüten
– Häkelmännchen
– Federmäppchen aus Schokiverpackung
– Farbenfrohe Aufbewahrung
– Blumengläschen mit Muster
– Öllampe
– Glitzerkugel aus Marmeladenglas
– Kissenbezug aus T-Shirt
– Armband aus altem Shirt
– Teppich selbst häkeln / stricken
– Tragebeutel aus altem T-Shirt
– Portemonnaie aus Getränkekarton
– Vase aus einem Getränkekarton
– Lampe aus Getränkekartons
– Kommode aus Getränkekartons
– Windlichter aus alten Dosen
– Vase aus alter Konservendose
– Stiftebehälter aus alter Dose
– Kerzen aus Konservendosen

Wie entstand die Idee zur DIY Geschenkebox? Dazu die Macher von erlebnisgeschenke.de:
“In den letzten Jahren ist aus “Do it yourself” ein richtiger Trend geworden – produzieren statt konsumieren heißt die Devise. Immer mehr Leute basteln und handwerkeln ihre Geschenke lieber selber, anstatt im Laden Massenware zu kaufen. Wir von erlebnisgeschenke.de sind immer auf der Suche nach ausgefallenen Geschenkideen und wollen unseren Besuchern zeigen, wie einfach es sein kann, aus Gegenständen, die jeder zu Hause hat, ein kreatives Geschenk selber zu zaubern. Da es unzählige Blogs mit wunderschönen DIY Anleitungen gibt, kamen wir auf die Idee, eine Art Sammelstelle für diese zu schaffen – so finden unsere Besucher viele tolle Ideen auf einen Blick und können sich genau das Geschenk zum Selbermachen aussuchen, das zu ihnen passt.”

Viel Freude bei Basteln, viel Freude mit Upcycling.

geschenkebox 1

 

Aus Alt mach Neu

Das Care Magazin hat in ihrer Februar/März 2014 Ausgabe das Schwerpunkt-Thema “Upcycling” gewählt. Flott geschrieben, gibt das Care Magazin aus Hamburg Einblick in die deutsche Upcycling Szene. Mit dabei: Redesign-Hamburg, kimidori, Lockengelöt und nobrands.

Viel Spass beim Lesen.

upcycling Text

Das Magazin ist unter www.care-energy-online.de kostenfrei abrufbar.

Premium Upcycling – was sonst?

SEAL-PREMIUM SHOP

2nd Life Decks – Skategarderoben mit Spendeaktion

colourform macht es vor: Das Unternehmen setzt in einer Zeit immer knapper werdender Ressourcen und kurzlebiger Trends und Produkte auf Upcycling. colourform bietet hochwertige, langlebige und vor allem differenzierte Produkte, die sich vom Einheitsbrei unterscheiden, an. Unikate gegen die Wegwerfgesellschaft mit Historie und viel Wertschätzung. Handwerklich hochwertig und umweltschonend gefertigt. Die Bielefelder versuchen, bei der Herstellung der Produkte material- und energieeffizient zu arbeiten, schadstoffarm zu fertigen, langlebig, abfallvermindernd und nutzergerecht zu gestalten und vor allem, sozialökonomisch zu wirtschaften.
 
2nd Life Decks – Skategarderoben mit Spendeaktion

Mit der Idee, verschlissene Skateboards in Garderoben umzuarbeiten, möchte colourform spielerisch an das Thema Up Cycling und ökologisches Design, anknüpfen. Dazu René Kottmann:
“Wir verbringen nachweislich über 80% unserer Lebenszeit in Räumen, die leider selten ökologischen oder nachhaltigen Wohnprinzipien entsprechen. Dem möchten wir entgegenwirken.”

_MG_ketchup-monster

Und so entstehen die schicken Boards:

Die Decks wurden aufwendig geschliffen, um die Gebrauchsspuren nicht völlig zu entfernen. Denn gerade diese Kratzspuren und Brüche tragen zu dem individuellen Look der Skategarderoben bei. Jedes Deck hat aber gerade durch diese Gebrauchsspuren einen ganz individuellen Look, wie ein Fingerabdruck. Gerade das Individuelle ist das Besondere und somit der Kern und das Ziel dieses Projektes.

Die Garderobenhaken sollten dementsprechend, unterschiedlich und einzigartig sein. Auch ausrangierte Achsen und Rollen des Skateboards kamen zum Einsatz. Alle verwendeten Komponenten sind entweder Fehlproduktionen oder zumindest gebraucht, ausgenommen Schrauben und Versiegelungen. 

Nach dem Schliff wurden die Decks mehrfach mit einem natürlichen Hartwachsöl versiegelt und oftmals mühselig poliert. Gerade beim Zukauf galt es, das Thema der Nachhaltigkeit weiter zu verfolgen. So entstanden Garderoben, die trotz des bewegten Lebens zu neuem Glanz und zum neuen Gebrauch, somit zum neuen Leben, aufbereitet wurden.

Verkauf und Spende

colourform stellt ihre Skategarderoben  auf der gut. – Messe für nachhaltigen Konsum – in Bochum, am 21.- 23. März aus. 
Von den im März verkauften Garderoben wird ein Drittel der Einnahmen an Amnesty International gespendet. Weitere Spendenaktionen sind nach erfolgreicher Aktion geplant. 

Fotos: Philipp Neumann
Text: René Kottmann
Website: http://www.colourform.de/

_MG_alphabet