Second Hand & Upcycling Markt in Berlin (6+7.12.2014)

Aufwerten statt wegwerfen – so heisst eine Aktion der europäischen Woche zur Abfallvermeidung

Der beste Abfall ist der, der gar nicht erst entsteht.“ – doch allein in Deutschland entsteht jedes Jahr ein gigantischer Müllberg von 44 Millionen Tonnen. Und er wächst von Jahr zu Jahr weiter an, trotz zahlloser Versuche, den Müll zu vermeiden. Kreative Wege zur Reduzierung des Abfalls liegen im Upcycling.

Der Second Hand & Upcycling Markt steigt am zweiten Adventwochenende in der Galeria Kaufhof am Ostbahnhof. Der Markt ist Teil der diesjährigen Europäischen Woche zur Abfallvermeidung.

Über 80 Aussteller präsentieren beim Second Hand & Upcycling Markt in der Galeria Kaufhof am Ostbahnhof eine wilde Mischung aus Vintage, Kleidung, Wohnaccessoires, Kleinmöbel, Schmuck, Kunst und vielem mehr. Das Besondere daran: Alle Waren wurden auf die eine oder andere Weise schon einmal gebraucht und sind trotzdem wie neu.

Wann: Zweites Adventswochenende
Sonnabend, 6. Dezember 2014, 11 bis 20 Uhr
Sonntag, 7. Dezember 2014, 13 bis 18 Uhr
Wo: Galeria Kaufhof am Ostbahnhof, 4. Etage, Koppenstrasse 8 – 10243 Berlin
Eintritt: 3,50 Euro

Wer kennt es nicht? Sinnlose und überflüssige Geschenke, die man mit einem schiefen Lächeln entgegennimmt, die dann in dunklen Winkeln verstauben, bevor sie ein paar Monaten später im Müll verschwinden. Auch das Weihnachtsfest hat Anteil an den über 500 Kg Müll, die jeder Deutsche pro Jahr hinterlässt. Aber damit ist jetzt Schluss.

Die neue Bewegung heißt „Upcycling“. Dabei werden gebrauchte Gegenstände kreativ aufgewertet und neue Produkte entstehen. Kurz: Aus alt mach neu! Witzige Kleider aus alten Stoffen, modischer Schmuck aus benutzten Steinen und Metallen, neue Möbel aus Dielen- und Fensterholz – auf dem Second Hand & Upcycling Markt werden lauter kreative Geschenke angeboten. Und mehr noch: Wer dabei sein und mehr über die neuesten Trends einer nachhaltigen Lebensweise erfahren will, findet hier alle Infos – von Second Hand über Fair-Trade bis Repair.

Der Aussteller Holz und Kunz ist zum Beispiel mit Holzmöbeln vertreten. Die Arbeiten bestehen fast ausschließlich aus gebrauchten Holz-Gegenständen wie alte Dielen, Dachbalken, kaputten Möbeln etc. Aus diesen Materialien wird wieder ein neuer Tisch, ein neuer Stuhl oder neuer Schrank gefertigt. Ein Möbel eben, das nicht nur einen Zweck erfüllt und ästhetisch gefällt, sondern auch auf dem Prinzip der Kreislaufwirtschaft basiert. Die Philosophie dahinter: Die Herstellung ist ökologisch wie auch ökonomisch sinnvoll. Die Rohstoffe bleiben über die Lebensdauer der Ware hinaus dem Produktionsprozess erhalten. Vorbild ist der Kreislauf der Natur, um möglichst ohne Abfälle (zero waste) und ohne Emissionen (zero emission) auszukommen.

Text: oldthing – Pröhm & Schrottmeyer GbR

Upcycling und Vintage

Upcycling beschreibt einen Prozess, bei dem aus scheinbar wertlosen Abfallmaterialien mittels kreativem Prozess höherwertige Produkte entstehen. Damit steht Upcycling für die Schaffung neuer Produkte verwendet werden. Auch wenn man es manchen Upcycling Produkten nicht ansieht, beim Upcycling geht es primär nicht darum, ein Kunstwerk zu schaffen, sondern um ästhetische Gebrauchsgegenstände. Aus diesem Grunde sind Upcycling-Produkte hochwertig verarbeitet, denn es geht um Ästhetik und um Qualität. Zudem reflektieren Upcycling Produkte zwei wichtige Trends unserer Zeit: Umweltverantwortung und Individualität. Dadurch, dass Upcycling aus Altprodukten entsteht, sind alle Stücke Unikate. Somit sind sie einzigartig und unterstreichen die Individualität der Trägerin bzw. des Trägers. Upcycling ist somit das Markenzeichen des 21. Jahrhundert.

Ein Produkt konsumieren, heißt auch die individuelle Geschichte des Produktes zu kennen: Woher kommt es? Wie und woraus wurde es hergestellt und von wem unter welchen Bedingungen? Wen unterstütze ich durch mein Konsumverhalten und wem schädige ich? Durch diesen unsichtbaren Rucksack stehen Produkte heutzutage in einem völlig neuen ökologischen und ethischen Kontext.

Der Begriff des „Upcycling“ kam jedoch schon 1994 auf, in einem Interview von Thornton Kay mit Reiner Pilz. Aus der Industrie ist bereits der Ausdruck des Recycling bekannt, bei dem aus vorhandenen Rohstoffen Neues, jedoch meist von minderer Qualität, entsteht.

Upcycling umfasst auch die Vintage Welt, in der Kleidungsstücke und Accessoires aus dem 20. Jahrhundert in zeitgemäße Retro-Mode umgearbeitet werden. Voilà.

Upcycling Vintage

Antike Diamanten und aufgearbeitetes Gold / Silber werden zu grossartigem Upcycling Schmuck

Gayle C. Baker gilt als San Diego’s führende Designerin in Sachen Eco-Schmuck.
Ausgebildet am Gemological Institute of America in Bildhauerei und Design ist Gayle seit 2001 als akkreditierte Schmuckdesignerin aktiv. Mit ihrem Schmuck möchte Gayle einen Beitrag zum Erhalt unserer Umwelt beitragen – inspiriert ist sie von der Idee, keine weiteren Ressourcen mehr dem Planeten Erde zu entnehmen.

Gayle verwendet ausschliesslich antike Diamanten und aufgearbeitetes Gold & Silber. Unter dem Label GCB macht die Designerin Upcycling zu einer Kunst: alle Stücke werden von Künstlern in Süd-Kalifornien per Hand gefertigt. Gayle hat die Gabe traumhafte Designs mit lebendigen Formen zu kombinieren. Das Ergebnis ist ein wunderbares Vintage-Design, das dem Wunsch nach verantwortungsvollen und umweltverträglichem Schmuck gerecht wird – zum Nutzen unseres Planeten.

GCB verfolgt das Ziel, tragbare Kunst zu schaffen und gleichzeitig dabei der Erde so wenig Schaden wie möglich zuzufügen. Zudem geht es Gayle darum, der Weltgemeinschaft etwas zurückzugeben, so dass auch andere am Erfolg teilhaben können. Zu diesem Zweck werden alle GCB Schmuckstücke aus recycelten Sterling Silber oder Gold produziert. Alle Produkte werden in recyceltem Kartons verpackt, und alles Packpapier, Füllmittel und Grusskarten stammen aus recycelten Materialien.

Fotonachweis: www.gcbdesigns.com

Vintage Mode aus London

Mit ihrem bewussten Einsatz einheimischer Vintage Kleidung nimmt red mutha eine Vorreiterrolle in der europäischen Modeindustrie ein. Dabei überzeugt das “Customizing” wie auch das nachhaltige “Re-make”.

Das englische Label red mutha wurde bereits 1986 gegründet. Von Beginn an hat sich das Team um Red Curtis daran gemacht, recycelte Vintage Kleidung auf höchstem Niveau herzustellen.

Fotonachweis: www.redmutha.com

Wickelröcke aus Tischdecken, Bettdecken und Vintage-Stoffen

Die Designerin Sabine Eilers gründete ihr Label im Jahr 2008. Ihre Kollektionen für Damen und Kinder verbinden hochwertige, 30 bis 50 Jahre alte Stoffe mit Kreativität und fachmännischer Fertigung. Das Design der Kleidungsstücke ist zeitlos – hochwertige Shirts und Pullover werden mit Applikationen verschönert – und es dominieren bequeme Schnitte.
Die verwendeten Stoffe (sogenannter Retro oder Vintage Stil) für die Wickel- und Ballonröcke sind hauptsächlich Originale aus der Zeit der 50er bis 80er Jahre und stammen aus Nachlässen und Auktionen. Es sind Möbelstoffe, Kleiderstoffe, Tischdecken oder Bettwäschestoffe. Diese werden vor der Weiterverarbeitung sorgfältig aufbereitet. Durch die Verwendung von Vintage-Stoffen wird bewusst auf umweltschonende Nachhaltigkeit gesetzt.

www.designerie-frankfurt.de